212 <§-«
— fiel Tuschen ein: „Unredliche Handelsgcnvffen habenihn um den Uebcrrest seines vormaligen Wohlstandes ge-bracht. Er muß jedem angenehmen Genuß des Lebensentsagen, und befand sich sogar schon in der eben so drin-genden als schmerzlichen Nothwendigkeit, daß er verschie-dene seiner liebsten Freunde an gewisse Verbindlichkeitenerinnern mußte, deren Erfüllung er ihrer Willkühr undBequemlichkeit gern überlassen hatte." —
Ich beklage das von ganzem Herzen; sagte Schlehdorn,und ward feuerroth.
„Aber die meisten," fuhr Tuschen fort, „wiesen ihn mitleeren Entschuldigungen ab; andre trieben sogar ihre Un-billigkeit so weit, die ihnen erwiesenen Gefälligkeiten zuläugnen." —
Was Ihr sagt! rief Schlehdorn, und bewegte sich un-ruhig auf seinem Stuhle.
Die schöne Susauna schwieg jetzt einen Augenblick, umihm Zeit zu einer Erklärung zu lassen, die sic ihm nahegenug gelegt hatte. Als er aber dazu keine Anstalt machte,sprach sie weiter: „Mein Mann fühlte sich freilich durchdie Treulosigkeit dieser undankbaren Menschen sehr ge-kränkt; aber er tröstete sich bald. Ich habe noch edlereFreunde, sprach er, wenigstens Einen, der mir gewiß augen-blicklich, wenn er den ganzen Umfang meiner Noth kennte,eine Kleinigkeit von hundert Dukaten, die er als Darlehnvon mir empfing, mit thcilnchmender Bereitwilligkeit zu-rückzahlcn würde. — Und dieser edle Freund, auf dessenHülfe mein armer, kranker Mann sein ganzes Vertrauensetzt und zu dem er mich sandte — sepd Ihr!" —
Ich? — rief Schlehdorn, und sein Gesicht wuchs eineSpanne. Ich? rief er nochmals, und suchte diesen Fra-gen den Ton des Erstaunens zu geben. In der That,