chcn mochte sich wohl der gedrohten Ahndung seiner Streicheversehen; denn er vermied seit diesem Tage den bischöf-lichen Palast. Ucberhaupt bemerkte man ihn nirgends, biser endlich nach langer Zeit in folgender Geschichte wiederaustrat.
Es wohnte damals in Hildeshcim ein alter, reicherHagestolz, Namens Hubert, der einen so lebendigen undgesegneten Handel trieb, daß ihn alle Kaufleute des Ortsfür ihren König erkannten. Was seine geschäftige Handberührte, das verwandelte der Zauberstab des Glückes inGold. Er besaß alles, was sein Herz wünschte, nur nichtdie Klugheit, seinen Reichthum wohl anzuwenden. Alser seine eisernen Truhen voll sah, ward er bequem undnachläßig in seinen Geschäften, eitel und hoffärtig. Erwetteiferte mit allen Großen der Stadt in Aufwand undPracht, und sein Haus war das Paradies vornehmerSchmarotzer, die an seiner schwelgerischen Tafel oft ineinem Tage mehr verzehrten, als er jetzt in Monateneinnahm.
Ungeachtet nun seine Wagen und Pferde, seine Gerät-schaften und überhaupt alle Dinge, die ihn umgaben, sokostbar und glänzend waren, daß selbst der Bischof keinschöneres Eigenthum in jeder Art aufzuweisen hatte, sowar Hubert dennoch damit nicht zufrieden. Er dachtedarauf, sein Hqus mit einer Zierde zu schmücken, die dergute Vater Bernhard, nach den Gesetzen seines geistlichenStandes, entbehren mußte.
Um dieses Kleinod zu errathen, würde der Leser zwarnicht nöthig haben, den weiland berühmten RäthselmeisterOedipus aus seinem Grabe zu wünschen; wir wollen