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Konrad sah ihm eine Weile tiefsinnig nach. Sabinetrieb ihn an, sich zur Flucht zu bereiten. Sie raffte schnellihre besten Sachen zusammen, packte heimlich, um ihresMannes Gewissenhaftigkeit zu schonen, die gräfliche Geld-kasse mit ein, und das unglückliche Paar wanderte fort indie weite Welt, ehe noch irgend ein Mensch den ermorde-ten Grafen vermißte.
Indem sich die Fliehenden — deren ferneres Schicksalunbekannt ist — unter dem Schutz der Nacht über dieGränze retteten, eilte der Zwerg mit noch schnellem Schrit-ten nach Hildesheini.
Da er, wie wir schon gesehen haben, ein tüchtiger Fuß-gänger war, so kam er noch vor Anbruch des Tages dortan und begab sich stracks in den bischöflichen Palast. Leuteseines Gelichters haben auf ihren Reisen den Vortheil, daßsie ohne Paß und Kundschaft bei Thorschreibern und Wa-chen vorbei wandern, und durch verschlossene Thüren sobequem gehen können, als wären es Spinnengewebe. Erschlüpfte daher leise, wie ein Mondstrahl, ans Bette desschlafenden Bischofs und rief mit einer Korporalsstimme:„Glatzkopf, erwache!"
Der mäßige Vater Bernhard schlief nicht so fest, wieandere üppige Prälaten seiner Zeit, die bis nach Mitter-nacht tafelten und zechten; er hörte den mehr als vertrau-lichen Zuruf vollkommen, und erhob sich rasch aus denFedern. Da sah er bei dem Hellen Schimmer einer Nacht-kerze vor seinem Bette den kleinen Mann, der sich, umdas Dasepn seiner Wenigkeit bemerkbar zu machen, aufden Zehen empordehnte und vor Seiner bischöflichen Gna-den so wenig Respekt hatte, daß er nicht einmal sein run-des Hütlein vom Kopfe zog.
Bernhard schloß aus Umständen dieses abenteuerlichen