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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
Seite
172
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geschaffen- Sie besaß alle Eigenschaften einer NympheDianens und gewann des Ritters Herz, als er sic cins-mals auf ihrem Jagdklcppcr wie einen Vogel durch denWald fliegen sah. Sein Ohr war seit langen Jahrendurch Hundcgchcul und Hicfhöriicr darauf vorbereitet, ihreStimme nicht so unangenehm wie anderer Leute zu fin-den. Er versprach sich sogar im ehelichen Leben mancher-lei Vorthcile davon, die er einsmals einem vertrautenFreunde folgender Maßen vorzählte:Erstens wird siemir," sprach er,nicht immer die Ohren müde plappern,wie die Damen zu thun pflegen, die sich an der Musikihrer Lippen ergötzen; zweitens soll cs ihr wohl niemalsgelingen, mir so viel Geld zu Flitterstaat abzukosen, alsandere girrende Turteltäubchcn ihren Gatten cntschmei-cheln; drittens kann sie nicht durch Zaubergesänge, wieeine Sirene, Buhler an sich locken; und endlich viertenswird sie mit ihrer donnernden Stimme das Hausgesinde,wie ein Feldherr sein Heer, kommandircn."

Du hast Recht, lieber Hakelberg! antwortete lächelndsein Freund: Aber wehe deinen Ohren, wenn sie keift!Dann hast du auch vierfach mehr, als andere Männerzu dulden.

Daraus scp es gewagt!" rief Hakelberg, und war festentschlossen, das Fräulein zu seiner Gemahlin zu kiesen.

Ursel fand ihrer Seits an dem jungen, rüstigen Mannenicht minder Behagen. Sie erklärten sich mit altdeutscherOffenherzigkeit ihre gegenseitige Liebe; aber Ursels Elternsagten Nein, als sic der Ritter von ihnen zum Weibebegehrte.

Der Grund dieser abschlägigen Antwort lag nicht ineinem besondern Mißfallen seiner Person. Jeder andereFreier hätte denselben Bescheid erhalten. Ursels Aussteuer