enge. Seine Leidenschaft war der Krieg. Er befehdeterings herum seine Nachbarn. Sie verklagten ihn deßhalbbei dem Herzog; doch kein Verweis, keine Abmahnungvermochte den rastlosen Friedensstörer, die Waffen aus denHänden zu legen. Er verging sich einst sogar in derUcbereilung mit heftigen Drohwortcn gegen seinen Für-sten, den diese Beleidigung so aufbrachte, daß er den un-glücklichen Burkhard zu demüthigen beschloß. Kurz daraufward unsere Burg plötzlich von fürstlichen Söldnern be-lagert. Burkhard raffte sein Häuflein Knechte zusammenund wehrte sich tapfer; aber sein Muth trieb ihn der Ge-fahr zu weit entgegen. Ein fürstlicher Schütze traf ihnins Herz und er starb auf dem Walle. — Jetzt liefen dieBelagerer Sturm. Sie erstiegen die Mauern, ihr Schwerterschlug, was ihnen aufstieß, und endlich steckten sie dieBurg in Brand. Mir gelang es zwar, mit meiner Toch-ter, die damals ein dreijähriges Kind war, durch einengeheimen unterirdischen Gang zu entkommen; da wir aberall' unsere Habe verloren hatten, so blieb uns nichtsübrig, als unfern Stand zu vergessen und das Vaterlandzu verlassen, um in der Fremde, wo uns der Spott unddie Verachtung schadenfroher Bekannten nicht kränken undbeunruhigen konnte, von der Arbeit unserer Hände zu le-ben. — Die Wahrheit dieser Geschichte kann ich mit un-verwerflichen Zeugnissen belegen; ich würde sie aber bisin mein Grab verschwiegen haben, wenn ich nicht ge-wünscht hätte, meinem armen Kinde dadurch einen etwashohen; Werth in Ihren Augen zu geben." —
Diesen Zweck erreichte sic. Der Graf umarmte mitFreuden Mutter und Tochter und betrug sich überhauptseit diesem Tage gegen alle Menschen sanstmüthiger, als