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ich Ihnen wenigstens meinen Taufnamen, Rosalie, nichtverschweigen kann.
„Ein schöner Name!" rief Ferdinand ans: „und ganzungewöhnlich in dieser Gegend, wo man nur Gertrudenund Urseln hört! Sie sind also wahrscheinlich hier fremd?"
Fremd und auch nicht. Ich wohne schon seit einemJahre mit meiner Mutter im nächste» Dorfe.
„Ist das möglich? Ich habe Sie ja noch niemals gesehn!"
Wir gehen wenig aus. Nur reiche Leute können immerlustwandeln: doch wir müssen uns an den Stuhl heftenund mit der Nadel das tägliche Brod erwerben. Destosüßer ist aber auch ein seltenes Fcicrstiindchen in freierLuft. Erst gestern entdeckt' ich dieses angenehme Gebüsch,und die Nachtigallen lockten mich, heute schon wieder zukommen.
„Dafür bin ich den Nachtigallen sehr verbunden. Sic,gutes Mädchen, lieben also auch diesen rührenden Natur-gesang, der so tief ins Herz fühlender Menschen dringt?Das macht Sie mir unaussprechlich lieb und werth! UnsereSeelen sind durch gleiche Empfindungen verwandt; wirmüssen uns näher kennen lernen. Ich verspreche mir vonIhrem Umgänge die glücklichsten Stunden meines bisherfreudenlosen Lebens."
Sie möchten sich se hr täuschen! Ich bin ein unwissendesMädchen, das Ihnen mit unnützen Plaudereien die Zeitnicht vertreiben, sondern verderben würde.
„O gewiß nicht! Die ungekünstelten Töne der Naturund Unschuld gelten mir mehr, als die trockene, herzloseWeisheit der Gelehrten."
Das muß ich Ihnen auf Ihr Wort glauben: denn prü-fen kann ich Sie nicht. Meine Mutter und ich lebe» wieNonnen; wir entsagten längst aller Gesellschaft, lieber-