L..
120
Wie Sand an dem Meere besitzet er Geld,
Den Abgott der Welt,
Und geizt nicht, gleich neidischen Muckern.
Wenn Wahrheit den artigen Schnurren nicht fehlt,
Die man sich von ihm bei dem Nocken erzähl!,
So hilft er oft dürftigen Schluckern.
O, braver Herr Rübezahl, seyd mir auch hold.
Und schenket mir Gold!
Dann darf ich den Drachen nicht scheuen,
Der grämlich mein herziges Liebchen bewacht iIch zeig' ihm den Geldsack; er grinset und lacht,
Und läfir mich sein Töchterlciu freien.
Dicß Liedchen war kaum zu Ende gesungen, da erschalltenahe bei ihm eine polternde Stimme: „Gntcn Tag, jun-ger Gesell!"
Ucbcr diesen unerwarteten Gruß etwas erschrocken, saher sich um und erblickte neben sich einen alten Graubart,der einen bejahrten grünen Nock, eine Flinte und Jagd-tasche trug, und ganz das Ansehen eines knapp besoldetenFörsters hatte.
„Guten Tag!" wiederholte der Alte: „Wohin geht dieReise?"
Darauf kann ich nicht antworten, mein Freund! ver-setzte traurig der Pilger: denn bis jetzt weiß ich noch selbstnicht, wohin mein Unstern mich führen wird.
„Hm! Du bist so ein junges Häschen, und das Unglückmacht schon Jagd auf dich?"
Ach, leider wird es mich wohl bald niederhctzen!
„So schlimm steht es mit dir? Was man sich irrenkann! Ich hielt dich für einen recht sorglosen Burschen, alsich vorhin dein lustiges Liedlcin belauschte. War's voneigner Fabrik?"
O nein; cs ist eine Art von Volkslied, dessen Verfasser