Druckschrift 
6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
Seite
108
Einzelbild herunterladen
 

-->§> 108 <§o-

Eins des Andern Welt und Himmel, gingenFremde Freuden uns nun nichts mehr an.Hörte Nndolph mich zur Harfe singen,

Das erhob ihn bis zum Skernenplan.

Seht, darum begleiten

Seine Lieblnigösairen

Mich noch jetzt auf meiner öden Bahn.

Aber durch die Nosen unsrer FreudeStach ein Dorn des Kummers oft hervor:Armuth thürmte Felsen für unS BeideAuf dem Pfade zum Altar empor.

Hier war zu erwägen:

Priesterhand und Segen

Schließe nicht dem Mangel Thür und Thor.

Werd' ich einst als Gattin ihn umfangen?Oder trennet unS deS Schicksals Macht?Diele Zweifel düstrer Schwermut!) drangenAuf mich ein, wie Schwerter in der Schlacht.Meine Mutter sagte,

Da mein Leid ich klagte:

Harre, Kind, bis zur Andreas-Nacht!

Nicgle dann, sobald die Sterne scheinen,Einsam dich in deine Kammer ein,

Nimm zwei reine Kelche, gieß' in einenHelles Wasser, in den andern Wein,

Und, als kämen GästeBald zu einem Feste,

Decke deinen Tisch, wie Schnee, so rein!

Hast du dieß so pünktlich vorgenommen,

Und die Kelche zieruch ausgestellt,

Dann wird die Gestalt deS Mannes kommen,Der von dir den goldnen Ning erhält.

Sie wird nicht verfehlen,

Einen Kelch zu wählen,

Und das deutet, welches Loos dir fällt.