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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
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freundlich zu nähern; denn sie wollte Jedem gefallen, selbstwenn sie voraus entschieden hatte, die Hoffnungen, die sieerregte, zu täuschen.

In diesem Falle befand sie sich gegen den Herrn vonLindhof. Die Neuheit seines Adels, die ihn zum Gewinneines ansehnlichen Hofrangs auf immer unfähig machte,ließ keinen Vcrmählungsgcdanken bei ihr aufkommen, wennsie die väterliche Warnung nicht ganz in den Wind schla-gen wollte.

Dennoch warf sic, wie gesagt, den Angel der Freund-lichkeit nach ihm aus;' er war aber kein Tropf, so blindund hastig wie seine Vorgänger anzubcißcn und sich amEnde verspotten zu lassen. Doch diese Zurückhaltung wareigentlich nicht das Kind seiner Klugheit, sondern die Fruchtseiner reinen und uneigennützigen Empfindungen. Allefeine vormaligen Mitwerbcr strebten nur rasch und kecknach der schönen Hand, die den Binde- und Löseschlüsselvon Tonnen Goldes in Verwahrung hatte; er hingegenliebte Mathilden herzlich und ohne Nebenabsichten. Esentstand daher in seinem Benehmen die sauste Mischungvon Furchtsamkeit und Bescheidenheit, die immer hell undunverkennbar die wahre Liebe bezeichnet.

Daß diese Empfindung für ein so launisches Weib indem Herzen eines verständigen Mannes Wurzel faßte, ließsich mit Amors berüchtigter Blindheit zwar leicht, dochhier gegen die Wahrheit entschuldigen. Heinrich kanntedie Gcmüthsfehler der Gräfin und schwankte mehrmalsscheu davor zurück. Dann aber stellte sich immer dieHoffnung ihm freundlich in den Weg und sagte zu seinerBeruhigung: Mathildens Herz sep nicht verdorben, sondernnur ein vom Hauche der jugendlichen Eitelkeit bewegtes