Als so des Schlaftrunks UnterschiebenGeglückt war, fuhr sie fort: „Mich dünkt,
Nicht übel paßt auf uns der Trinkspruch: Was wir lieben!Drum, trauter Freund, stoßt an und trinkt!" —
Der alte Gauch begann vor Lust zu stöhnen,
Denn seine Zunge ward ihm schwer;
Anstoßend ließen sie die gvldnen Lecher tonen,
Und hastig trank er seinen leer.
Er gähnt' und nickte schon, als er den Becher wiederVom Munde nahm, und fast im NuDrückt' ihm der Schlaf die Augenlider,
Trotz seinem Widerstand, auf fünfzig Jahre zu.
Jetzt rief die junge Frau von, Fenster schnell hernieder:„Komm, Aladdin! er ist zur Nuh!" —
Welch schöner Augenblick, als alle Sorgen schwanden,Und unsre Liebenden, nur eine Spanne weitVon dem besiegten Feins mit voller SicherheitIn seliger Umarmung standen! —
Aladdin nahm ohne Säumen wieder Besitz von derLampe, behandelte sie nach der bekannten Art, und gebotdem erscheinenden Genius: zufördcrst den Schläfer fort-zuschaffen, ihn in sein Haus und Bett zu tragen, unddann den Palast an seinen alten Platz zu versetzen. Erhatte dieß kaum befohlen, da erhob sich, ohne sichtbareEinwirkung des verschwundenen Geistes, der starre Leich-nam des Zauberers vom Sessel, und schwebte wie einePuppe, womit hier und da die Luftsegler spielen, zum off-nen Fenster hinaus. In der nächsten Minute suhlte maneine leichte Erschütterung des Palastes, die dem Stoßeines Kahnes vom Ufer glich; eine zweite Bewegung, demAnlanden eines kleinen Fahrzeuges ähnlich, folgte kurzdarauf, und in demselben Augenblick erschien der Geniusmit der Meldung: „Ihr scpd zu Hause!"