Druckschrift 
6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
Seite
24
Einzelbild herunterladen
 

-oZ> 24

fich für meinen Oheim ansgab, das Gold in der Höhlenicht achtete, sondern bloß auf die alte, rostige Lampe soerpicht war.

Also dieß Schandbild von einer Ampel hat mir denschnaubenden Riesen auf den Hals gehetzt?" rief die Mut-ter:Ei, so wirf doch das häßliche Ding in den tiefstenStrom, damit es mich durch ein neues Schrecken nichtvollends ums Leben bringe!"

Liebe Mutter, wir wären Thoren, wenn wir uns die-ses Schatzes berauben wollten. Macht es, wie ich, underschreckt nicht! Ich blieb ganz gelassen; denn ich bin ansolche Visiten nun schon gewöhnt. Der Sklave des Rin-ges Halle kein freundlicheres Ansehen, als der Sklave derLampe, und dennoch war er mein Retter.

Dafür sep ihm tausendmal gedankt! Aber nun folgemir, Aladdin, und schaffe das Zaubergeräthe bei Seite!"

Es soll Euch nicht im Wege scpn; nur muthet mirnicht zu, es ganz wegzuwerfen. Dazu werdet Ihr michnimmer bereden. Ring und Lampe, vereint, machen michzum Herrn der Welt.

Unerfahrenes Kind! Glaubst du denn, daß die Herrender Welt glücklicher sind als wir? Sie können sich dochauch nur satt essen, und in ihren Palästen Hausen Schaa-ren vornehmer Sorgen, denen unsere Hütte zu klein undzu schlecht ist."

Das glaub' ich selbst. Darum will ich Euch und EureHütte nicht verlassen, und niemals eher, als bis uns dasMesser der Noth an der Kehle steht, von meinen Zauber-mitteln Gebrauch machen.

Ein kluger Entschluß! Die Freund- und Gönnerschaftmächtiger Geister (wenn sie sich bei ihren Besuchen gesit-tet und höflich betragen) ist freilich eine ganz hübsche