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Broderwerb onzuschicken, zu einem Ohr hinein, zum an-dern wieder Hinausflicgen. Den ganzen langen Tag trieber sich mit andern Wildfängen aus den Gassen herum.Nur die Mittagsglocke verschaffte seiner Mutter das Ver-gnügen, ihn ein halbes Stündchen im Hause zu sehen.Da mußte sie aufschüsscln, was sie vermochte; denn aneinem gedeckten Tische war Aladdin der fleißigste Menschvon der Welt.
Die gute Mutter darbte gern, um seinen Appetit zu be-friedigen. Der Bube war bei allen seinen Untugendenihr Augapfel. Ucbcrhaupt konnte niemand ihn hassen. Erbesaß die angenehmste Gestalt, war schlank wie ein Rohr,sein freundliches, wie ein Granatapfel blühendes Gesichtschien die Natur einem Mädchen entwendet zu haben, undder gutmüthige Schelm sah ihm aus den Augen.
Eines Morgens, als er mit andern jungen Tagediebenaus einem öffentlichen Platze herumschlenderte, trat ihmein fremder, wohlgckleideter Mann in den Weg, sah ihmstarr in die muntern Augen und fragte mit freundlicherHast: „Wer bist du, mein Sohn? Ich müßte mich sehrirren, wenn dein Vater nicht der ehrliche Schneider Mu-stafa wäre."
Er war's vor Zeiten; antwortete Aladdin: aber nunist er todt.
„Todt?" rief der Fremdling, indem er, wie von einemplötzlichen Schrecken ergriffen, einige Schritte zurücktrat.Er stürzte dann wieder auf den Knaben zu, riß ihn heftigin seine Arme und preßte mit Seufzern und Thränen ihnans Herz.
Aladdin entwand sich dieser zärtlichen Gefangenschaftmit der Frage: Was beginnt Ihr, mein Herr? Was fehltEuch?