Dreiundzwanzigster Gesang. 131ISS.
Die ganze Nacht irrt' er umher im Haine;
Und als des Tages Fackel ste vertrieb,
Da fuhrt' ihn sein Geschick bei'm MorgenscheineZur Quelle, wo Medor die Verse schrieb.
Dies Zeugniß seiner Schmach am FelsensteineEntflammt' ihn so, daß ihm kein Tropfen blieb,
Den Haß, Wut, Zorn und Ingrimm nicht dnrchschäumen;Und seinen Stahl entblößt er ohne Säumen,
I3S.
Zerhaut die Schrift, den Stein, und sprengt die ScherbenBei kleinen Splittern in die Luft empor.
Weh dieser Höhl', und jedem Baum Verderben,
An dem man liest: Angelica, Medor.
Nicht Schatten mehr noch Kühlung zu erwerbenBleibt hier den Heerden und der Hirten Chor.
Die Quelle selbst, die reinen, klaren Fluten,
Sind nicht geschützt vor seines Zornes Gluten.
IZl.
Denn Aest'und Klötze, Stämme, Stein'und SchollenWirft er in ste hinein ohn' Unterlaß;
Und daß sie nie sich wieder läutern sollen,
Trübt er bis auf den Grund das klare Naß.
Ermattet nun, mit Schweiß wie überquollen,
Da sein erschöpfter Athen: nicht dem Haß,
Der Wnt, dem Zorne mehr vermag zu fröhnen,
Sinkt er auf's Feld mit Aechzen und mit Stöhnen.
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