Druckschrift 
Theil 3 (1851)
Entstehung
Seite
152
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1Ü2

Dreiundzwanzigster Gesang.

132 .

Zu Beden sinken die erschlafften Glieder;

Er starrt znm Himmel ans und spricht kein Wort.Dreimal entflieht die Sonn' und kehret wieder,

Und ohne Speis' und Schlummer liegt er dort.

Der Schmerz drückt immer mehr den Geist danieder,Und endlich fliehn ihm alle Sinne fort.

Am vierten Tag, znm Tollen umgeschaffen,

Reißt er vom Leibe Panzerhemd und Waffen.

133 .

Das Schwerdt wird da-, dorthin der Helm geschmissen,Der Harnisch weit, und weiter noch der Schild;

Kurz, alle seine Waffen, sollt ihr wissen,

Zerstreut er rings im waldigen Gefild.

Dann zeigt er, da er sein Gewand zerrissen,

Den rauhen Bauch, Brust, Rücken, nackt und wild»lind so beginnt die Raserei zu toben,

Furchtbar, wie keine jemals sich erhoben.

131 .

Je heft'ger nun sich Wut und Tollheit rege»,

Sinkt jeder Sinn in immer tiefre Nacht.

Ihm fällt nicht ein, die Hand an's Schwerdt zu legen,Sonst hätt' er wohl der Wunder viel vollbracht;

Doch er bedarf nicht Streitart, Beil noch Degen,

Bei seines Armes ungeheurer Macht»

Hier zeigt er wohl, was seine Kraft verrichte:

Ein Ruck entwurzelt gleich die höchste Fichte.