Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

12

bendes, denn sic selbst wird geschildert, in buntes Gewand gehüllt. Erstans der Verschiedcnartigkeit der Saiten geht der Wohllaut hervor undcs gibt, nach deö Apostels Ausspruch, mancherlei Gaben, mancherleiAemter, mancherlei Leistungen, und finden sich im Hause deS Herrngoldene und silberne, hölzerne und irdene Gefäße; alles Wirken, Sin-nen, Rathen gewinnt aber seine Einigung in Christo. Darum wunderesich Niemand über die Verschiedenheit der Orden, auch unter de»Himmelsgcstiruen, auch unter den Engeln waltet dieselbe." ' DerTadclsucht aber, welche überall nur an den Mängeln sich hält,wurde schon damals crwiedert:Jeder Orden hat seine Vorzüge,in jedem werden Gewissenhafte und Verwerfliche gefunden; durchdiese aber kann das Wahre an der Anstalt und an dem Bekenntnissenicht verunchrt werden. Welche LcbcnSvorschrift, welche Gesellschaftmag man neunen, in welcher kein Mackel je sich eingeschlichen hätte?Lesen wir doch von einem abgefallenen Engel, von einem Mörderunter dem ersten Brüderpaar, von einem verworfenen Propheten,von einem Verräther unter den Aposteln, von falschen JüngernChristi; und dieser aller wegen wird die Mackellosigkcit der pflicht-getreuen Engel nicht befleckt, ist die Gemeinschaft sich liebenderBrüder nicht minder heilig, ist die Prophctengabe an den Auser-wählten nicht tadclnswerth, ist das Apostelamt an den Getreuennicht zu verachten, ist die Zucht Christi, der mannigfaltigen Jrr-thümer der Irrenden wegen, nicht verwerflich. 2

Wir läugncn übrigens keineswegs, daß ans der großen Zahlder Mönchsorden manchmal Eifersucht, und in Folge' hievonStreitigkeiten hervorgingcn; allein daraus folgt mit Nichten, daßim Oceident das Dasein Eines und desselben Ordens möglich ge-wesen wäre.

Wenn im Orient nur die zwei Orden des heiligen Antoniusund des heiligen Basilius bestehen, so schreibt sich dicß daher, weilsich die morgenländischen Mönche nur der Handarbeit, dem Gebeteund der Buße widmen; während im Oceident die Ordensstifter über-dieß noch das Wohl des Nächsten in's Auge faßten. Wie hätte

> ?e!r. Lies. Lp. 07-

- 9oli. Srilislu»-. Uv m,b. o»r. VII, 21. Vgl. Hurt er, Jnnocenz III.,Bd. 4. S. 89-93.

l 1 LIO