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Viertes Kapitel.
Geschichte der Gesellschaft Jesu.
Die seitherigen Orden hatten sich bei den erschütternden Ereignissender Reformation theilweise unnütz gezeigt, oder waren bei dem in ihnenerstorbenen Leben kalte Zuschauer geblieben, viele Mitglieder ausihnen sogar znm Lutherthume übergcgangen. Da ließ die Kircheaus der ihr stets inwohnenden geistigen Kraft einen neuen Ordenhervorgehen, der, unter neuen Verhältnissen gebildet, auch ganz fürdieselben berechnet war.
ES liegt nämlich ganz in dem weisen Plane der Vorsehung,daß nie ein Nebel überhand nehme, ohne daß neben ihm auch einGegenmittel emporsprosse, oder wenigstens ihm bald folge. Wennes also Härcfteen geben muß (aber es ist ein schreckliches Wort„es muß," sagt Bvssnet), um den Glauben zu bewähren, so müssendiese Häresieen auch Bekämpfer finden. Denn die Rechte der gött-lichen Barmherzigkeit sind eben so schrankenlos, wie die der Gerech-tigkeit. So kämpfte für die Ehre Gottes und seine Kirche derheilige Athanasius gegen die Arianer, der heilige Augustin gegendie Pclagianer und Manichäer, der heilige Cyrilluö gegen dieNestorianer, der heilige Franziskus von Assisi und der heilige Do-minikus gegen die Albigenser, der heilige Ignatius endlich und seineSöhne gegen die Lutheraner und Calvinisten. Daher ist die Be-merkung eines Biographen sehr interessant, daß nämlich in der Zeit,in der Luther seine Apostasie öffentlich ans dem Reichstage zu Wormsbehauptete, und während er sofort sich auf die Wartburg zurückzogund sein Buch gegen die Klostcrgelübde schrieb (ein Buch, das nebstder sonderbaren Gnadenlehre dieses Mannes die gute Zucht so vielerKlöster erstickte), der heilige Ignatius in der Kirche von Montserratsich Gott weihte und in der Zurückgezogenheit von Manresa diegeistlichen Neb ungen schrieb, welche die Grundlage seinesOrdens bilden und die übrigen wieder bevölkern sollten. Als sofortCalvin zu dogmatisircn und sich zu Paris Schüler zu gewinnenanfing, sammelte auch der heilige Ignatius, der gerade damals indieser Hauptstadt studirte, seinerseits Genossen, um den Feinden des