106
Fünfter Gesang.
Der wähle zehn sich aus, wie's ihm gefiel —Doch hier sei mir die Herrschaft Vorbehalten;Zehn und nicht mehr, zehn sei die höchste Zahl,Im Andern ha»dl' er ganz nach seiner Wahl.
So Gottfried; angcfcucrt nun von AllenDer Bruder schnell dem Hausen sich entwand;Wie uns an dir, o Herr, nur kann gefallenDer kluge Sinn auf Fernes hingewandt.
So heischt die Pflicht, die uns ist zugcsallenEin muth'ges Herz und eine tapfre Hand;
Bei dir kann Zögern nur als Vorsicht gelten.Uns würd' in gleichem Fall man Feige schelten.
Und weil nun auch die Wagnis; ist so kleinUnd gar nicht mit dem Nutzen abzuwägen,
Erlesen wir die zehn — sprichst du nicht nein —
Und gehn dem ehrenvollen Kampf entgegen, —
So braucht den Eifer er als falschen Schein,
Um sein entflammtes Herz nicht bloßzulegcn.
Vom Durst nach Ruhm spricht auch die andre SchaarDa doch nur LiebcSgluth in ihnen war.
Allein der junge Bouillon, der mit SchmerzenDer Eifersucht stets hinblickt aus Ninald,
Dasi, sieht er ihn, sich ihm die Augen schwärzen.Weil jenen ziert so herrliche Gestalt,
Will ihn nicht zum Genossen, und im HerzenKeimt listiger Trug ihm auf und Hinterhalt.
Zur Seite sucht er heimlich ihn zu bringenUnd legt ihm, also sprechend, feine Schlingen: