Druckschrift 
1 (1854)
Entstehung
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Zehnter Gesang.

i.

So spricht er noch, da sicht er näher schweifenEin freies Roß in langsam irrem Lauf,

Es glückt ihm auch, den Zügel zu ergreifen.

Und matt und traurig schwingt er sich hinauf.

Sein Helmbusch, der den furchtbar grausen GreifenStolz überragt, fehlt auf dem hohen Knauf;Zerrissen ist das Kleid, die Wehr zerhauen.

Vom Königsglanze ist nichts mehr zu schauen.

Wie oft ein Wolf, den man vom Schafstall schreckte,Entweicht auf stiller, schlauverstecktcr Flucht,

Und, ob auch voll sein Eingeweide steckteVom süßen Fleisch, des Raubes schnöder Frucht,Blutgierig aus dem Maul die Zunge reckteUnd sich die Lippen abzulecken sucht;

So weicht jetzt der, des Blutdurst cs nicht stillte.Daß grauser Tod und Mord ihn rings umbrüllte.

Sein günstig Schicksal führt trotz allen Pfeilen,Gleich Hagelwetter schlagend an den Schild,

Trotz Degen, Lanzen und trotz Eiscnkeulenlind andrem Mordwerkzeug ihn durch's Gesild,

Um auf verlassnen Pfaden fvrtzueilenUnd Gegenden, die öde sind und wild.

Und überlegend, was nun zu beginnen.Durchwogt ihn wie ein Meer sein stürmisch Sinnen,