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1 (1854)
Entstehung
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Zweiter Gesang.

18 .

Allein sicht man die Maid durch'S Volk sich wagen,Sie birgt die Schönheit nicht und zeigt sic nicht.

Sie senkt den Blick mit sittsamem Betragen,

Und zieht um's edle Haupt den Schleier dicht.

War's Zier, Nachlässigkeit, ich kann'S nicht sage».War Zufall oder Kunst im Angesicht?

Des Himmels Gunst, Natur und Liebe gebenSchmucklosem Reiz des höchsten Zaubers Leben.

IS.

Zum König geht die Jungfrau sonder Flecken;

Sie schaut nicht auf, an ihr hängt jeder Blick,

Sie trägt den Blick voll Ingrimm sonder Schrecken,Trotz seiner Wuth zieht sie sich nicht zurück.

Dir will ich, Herr nun zügle deine ReckenUnd kühle deinen Zorn nur einen Augenblick

Den Dieb, der dich beleidigt, überweisen,

Es straf und treffe ihn dein rächend Eisen.

20.

Vor ihrem Muth, dem plötzliche» EntfaltenDer Reize, strahlend und voll hcil'ger Kraft,

Kann sich der König fast nicht fest erhalten,

Schon schwindet seine Wuth und Leidenschaft;

Lies; wcn'gcr Zorn er, sie mehr Milde walten.

So liebt' er sie und käm' in ihre Haft;

Doch spröden Herzens spröde OffenbarungNimmt nimmer ein; denn Reiz ist Amors Nahrung.

21 .

ES war Erstaunen, Sinnenlust, Vergnügen,

Wo nicht gar Liebe, was das Herz ihm rührt.

Sag' alles! spricht er, und ich will verfügen,

Das; nicht ein Christen!,aupt das Schwert berübrt.