Druckschrift 
1 (1854)
Entstehung
Seite
33
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Zweiter Gesang.

Den Schuld'gcn schau zu deine» Füßen liegen,Spricht sie; die Hand, o Herr, hat cs vollführt;Ich bin's, ich stahl aus deines Tempels HallenDas Bild, auf mich mag deine Strafe fallen.

So hat sie zu des Volkes Wohlergchn

Aufs hohe Haupt des Schicksals Wucht gezogen.

Hochhcrz'gcr Trug! ist Wahrheit je so schön.

Daß jemals dir sie werde vorgezogcn?

ES ist der Zwingherr fast hcstürzt zu sehn.

Fällt nicht in Wuth gleich, wie er sonst gepflogen.Dann spricht er: mache nun mir offenbar,

Wer dein Berather, dein Genosse war.

Ich wollte, daß sich nicht thcilhastlg mache.

Sprach sie, ein Andrer, dieses NuhmcS mein;

Rur ich, allein ich, wußt' um diese Sache,Rathgeberin, Vollführerin allein.

So, sprach er, fall' auf dich auch meine Rache,

Du nur sollst meines Zornes Opfer sein.

Sie sprach: cs ist gerecht, o Herr, und billig,

Mel» war der Ruhm, die Strafe trag' ich willig.

24 .

Nun fragt der Zwinghcrr, neu pon Wuth entbranntWo bargst du jenes Bild, auf welche Weise?

Ich barg cs nicht, sprach sic, ich hab's verbrannt,lind dies gereicht mir, traun, zum höchsten Preise;

So wird verhütet, daß ungläub'gc Hand

Nicht Schimpf und Schmach dem hcil'gcn Bild erweis

Den Raub, v Herr, siehst du auf ewig nicht.

Der Räuber steht vor deinem Angesicht.

affe, best. Jcrus. g