313
wieder thun; sondern ich will mich gehen lassen, wic's geht,— hinaus, hinab — fing- und sprungweise — wahrhaft kühn.Freund, ich will im Alter meine Jugend nachholen und post-zipieren!" Welches Glück für das klassische Feingefühl vonSchlosser, Gewinns und ihren Verwandten, daß das Schicksalzu diesem wahrhaft entsetzlichen Entschluß, der früher» so sehrübertriebenen Kunst-Regel-Rechtheit zu entsagen, mit zweiParzcnschnittcn ein sehr herbes Nein sprach; wovon später.
In Jean Pauls persönliche Verhältnisse griff die Beendi-gung des Kriegs mit Frankreich auf sehr eigcnthümlichc undunerwartete Weise ein. Der Sieg, der dem ganzen Deutsch-land die Freiheit und mit ihr die Fülle der Wohlfahrt bringensollte, der Sieg, für welchen er seit Jahren mit den heiligstenWaffen und unter Hingabe fast aller seiner Kräfte gestrittenund gewirkt, sollte ihn um das kleine irdische Glück, das ihmbis dahin zu Theil geworden, bringen. Der Fürst Primas,der einzige deutsche Fürst, der an eine Belohnung für denDichter der Seeleugröße, Reinheit und Wahrheit gedacht, warin den Sturz Napoleons verwickelt und Jean Paul verlordie ihm aus seiner Privatkasse ausgcsetzte Pension. Und kei-ner der von der Fremdherrschaft erretteten deutschen Fürsten,keine der entfesselten deutschen Städte, keines der neuaufblü-hendcn deutschen Länder sah die Ehrenschuld des Vaterlandesan und hob sie auf. Vergeblich ließen sic den Dichter anPotentaten und Staatsmänner sich wenden mit seiner beschei-denen Bitte, bis endlich nach zwei Jahren der bayrische MinisterMontgelas, ein geboruer Franzos, seinem König Maximilian I.den Ruhm verschaffte, das Versäumte würdig und vollständignachgeholt zu haben. Durch ein Schreiben des genanntenMinisters vom 17. Dezbr. 1815 erfuhr Jean Paul, daß die