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Aber Maria war gerettet. Nichts desto weniger bestand sieauf dem Tode und widerstand mit einer unüberwindlichen Ge-walt den flehenden Bitten der Ihrigen, den Rettungsversuchender Aerzte und der Anstrengung der eignen Natur, die dasverschluckte Wasser answerfcn wollte. Sie hatte sich zur sichernErreichung ihres Zweckes da in den Strom gestürzt, wo ernach den nahen Mühlen treibt. Fischer hatten sic bemerktund waren hcrbeigeeilt, und hatten nach langwierigem Kampfemit ihr sie aus dem Wasser gezogen, und zur Schwester ge-bracht.
Sterbend, und unter heftigen Schmerzen, die der Wider-stand gegen das heraufdringende Wasser verursachte, sprach siezu den Umstehenden:
„Mein Glaube hat mich nicht betrogen; die Seele istunsterblich! Als mich die tiefe Wasscrwclt ausnahm und dnmpf-branscnd umgab, litt ich fürchterlich. Der thicrische Instinktder Selbstcrhaltung, die arbeitenden Lungen, das znsammen-geprcßte Herz, setzten meinen Willen zu sterben in einen grauen-haften Kampf. Ich verschlang das Wasser, das mich zu ret-ten drohte, indem cs mich zweimal empor stieß zu Licht undLuft, in gierigen Zügen und rang ihm seine ungetreue Ge-walt ab. Ich sank; der Strom wogte mich fort in der Tiefe.Ich zog mich auf dem Boden krampfhaft zusammen, um inder mich umfangenden Angst der Abtödtnng meinen strebendenHänden und Füßen den Dienst natürlicher Ruder zu versagen.Doch noch einmal hob mich das Wasser; ich sank nieder undverlor alle Empfindung des Körpers; aber nicht die Machtdes Gedankens. — Ich ward gewahr, daß sich Menschen mitungebetener Hülfe in meinen Vorsatz mengten: ich widerstrebteihren Versuchen; aber zuletzt hatte die Kraft mich verlassen.