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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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höchstes Gut, die Freiheit, gefährdet sah. Dagegen kam er aufein Heilmittel zurück, das er wiewohl in andrer Gestaltin früher Jugend mit besondrer Vorliebe angewandt dasReisen. Geist und Körper schöpften neue Kräfte ans dem zeit-weiligen Wechsel der gewohnten Verhältnisse und diese erhieltenselbst wieder durch den Anblick aus der Ferne und durch dieVergleichung einen neuen Reiz. Wenn Jean Paul eine solchekleine Reise machte, micthete er sich einen Lohnkutschcr (dasPostfahren war ihm zuwider), versah sich mit dem nothwendi-gen Material zu einer bestimmten schriftstellerischen Arbeit,mit einer kleinen Rcisebibliothek zum Studieren, und einerAnzahl Hefte für die zufälligen Bemerkungen. Er liebte kleineTagereisen, weil ihm das Reisen selbst Zweck war und er imschnellen Dahin- und Vorübersahrcn ein glattes, flüchtigesSichabfinden mit der Welt sah, das seinem warmen Gefühl,seiner Werthschätzung selbst der kleinsten Lebensverhältnissewiderstand. Auf einer jeden Reise führte er ein genaues Ta-gebuch über Erlebnisse, Gedanken, Bemerkungen, Besuche, Be-kanntschaften u. s. w. Am Reiseziel angelangt bezog er ein,in der Regel schon im voraus gemicthetes, kleines Quartierin einem bürgerlichen Hause und richtete sich hier möglichsteinfach nach Stndentcnweise ein. Man kann sich eine Vor-stellung machen von seinem Reiselcben, wenn man liest (in ei-nem Brief an seine Frau):Ich "lege die Feder weg, umheute einmal besser, als gewöhnlich, zu soupieren, erstlich einStückchen Preßsack, dann ein Stückchen Dessertkuchcn! Ach!cingeschnittene Kartoffeln! wo seid ihr?" In der Arbeitord-nung trat so wenig als möglich Acndernng ein, er las undschrieb wie zu Hanse und die Erholung bestand wesentlich imWechsel der Arbeitstube. Die erste dieser Reisen, die er nach

Jean Paul's auSgew. Werke. XVI. 19