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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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keit, doch die Möglichkeit jener so oft gerügten grellen Kon-traste. Uebrigcns war Jean Paul nicht nur eine musikalischeNatur, sondern sehr musikalisch und fand namentlich im Phan-tasieren ans dem Klavier eine eigcnthümliche, schmerzliche, nichtselten bis zum heftigsten Weinen gesteigerte Freude.Nichtserschöpft und rührt mich mehr, schreibt er, als das Phanta-sieren auf dem Klavier. Ich könnte mich todt phantasieren.Alle untcrgesunkenen Gefühle und Geister steigen heraus; meineHand und mein Auge und Herz wissen keine Grenze; endlichschließ' ich mit einigen ewig wiedcrkehrcndcn, aber zn allmäch-tigen Tönen."

Ungeachtet dieser Uebcrfülle der Empfindung und dembrausenden Strömen der Phantasie war Klarheit und Beson-nenheit bei allen Lebensverhältnisscn ein vorherrschender Eha-raktcrzng von ihm, so daß er an die Spitze seiner Bekennt-nisse schreiben konnte:

Mein Dank an Gott: Dn hast mir jene Klarheitgegeben und Stille über alle Wogen des Herzens und derZeit! Ich sehe und fühle zugleich, und beides gleich stark.Ich war kein Kalter, wenn ich philosophierte und die Gesetzeder Darstellung erwog; ich war kein Heißer, wenn ich mitThronen im Auge nie erlebte Szenen der Wonne und Liebedarstellte. Ich wußte immer alles; und sogar im Sterbenwerde ich bemerken, daß ich sterbe und also nicht mehr be-merke. Doch letzteres ist mir einerlei; ob ich vergehe, wennich nur gehe; oben bleibt mir doch der treu, der nie vergeht,weil er nie entsteht!"