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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
Seite
209
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nach Eger ins Bad gereist, und hier hatte sich zwischen bei-den ein glühend heißes Freundschaftbündniß gestaltet, wie csbei Emiliens vor geistiger Größe hell anslodcrndcm Herzenund bei seinem rasch entzündetem (obwohl dann nicht bren-nendem, sondern nur leuchtendem) Gcmüth nicht anders sichsügen konnte. Sie gehörte zn jenen großartigen Frauen, dieunbekümmert um die Welt und ihr Urthcil ihren eignen Weggehen und fast scheint es, als habe das Schicksal Antheil ha-ben wollen an der Schöpfung von Jean Pauls Titan, dacs ihm grade jetzt solche das Maß des Gewöhnlichen überschrei-tende Gestalten, wie er sic dort zu schildern hatte, in derWirklichkeit vorsührte.

Emilie hatte länger in der Schweiz gelebt und den po-litischen Zuständen dieses Landes ihre schriftstellerischen Kräftegewidmet *), zog sodann über Eger und Hof in die Nähe vonAltenburg, von da nach Weimar und kam, als Jean Paul inLeipzig war, auch dahin; ging aber noch im selben Jahre nachden schottischen Hochlanden, und blieb mit Jean Paul in leb-haftem brieflichen Verkehr, bis sic nach ihrer Rückkunft in einerzweiten Ehe eine neue Richtung für Herz und Gedanken fand.

Jean Paul aber schrieb am 28. Oct. an seinen ChristianOtto, von dem ein mündlicher Abschied ihm zu schwer gewor-den wäre:Und so lasse mich ziehen von Deinem Herzen undvon meinen Freuden und von meiner Jugend!" und verließTags darauf Hof für immer.

*) Von ihr ist das Buch: Einige Bemerkungen zur richtigen Bc-urthcilung der erzwungenen Schweizcrrevolution und Maltetdu Pan's Geschichte derselben. Leipzig 1799.

Jean Paul'S auSgcw. Werte. XVI,

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