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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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im Wohlthun die innigste Lust zn finden und vor dem Gedan-ken, einem Ncbenmcuscheu weh zn thun, scheu zurückzntrcten.Durch diese ausdauernd fortgesetzte Arbeit der Sclbstvercdelungschuf er sich aber nicht allein einen festen Halt im Leben, son-dern vor allem ein moralisches Gegengewicht gegen die trei-bende Kraft der Phantasie, welche so oft das Herz des Schrift-stellers überwuchert, und er wurde was allen seinenSchriften den unwiderstehlichen Zauber der Ueberzeugung gibt in der That der lebendige Ansdruck seiner Ideale.

Unter den vielen Blättern jener Zeit, die sich erhaltenhaben und auf denen in immer wechselnden Weisen Liebe undWahrheit aus seiner Seele sprechen, ist indeß keines so merk-würdig, als das Blatt vom 15. November 1790, auf welchemdie Phantasie einen wirklich visionairen Charakter angenommen.In seinem Tagcbuchc steht:

15. Nov. Wichtigster Abend meines Lebens;denn ich empfand den Gedanken des Todes. Ich wünsche je-dem Menschen einen 15. November. Das Kind begreift kei-nen; jede Minute seines spielenden Lebens steht glänzend undblendend vor ihm und stellt sich vor sein kleines Grab. Aberan jenem Abend drängte ich mich vor mein künftiges Sterbe-bette durch dreißig Jahre hindurch, sah mich mit der hängen-den Todtcnhand, mit dem eingestürztcn Krankengcsicht, mit demMarmoraugc, ich hörte meine kämpfenden Phantasien in ver-letzten Nacht; du kömmst ja, du letzte Traumnacht! Undda das so gewiß ist, und da ein verflossener Tag' und dreißigverflossene Jahre eins sind, so nehm' ich jetzt von der Erde undvon ihrem Himmel Abschied, meinen Plänen und Wünschen fallendie Flügel aus; mein Herz mag noch so lange, als es nichttiefer unter fremden Füßen liegt, am freundschaftlichen Buse»