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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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immer unten und oben überall hinaus wollende Kindheit we-niger als Ankunft; denn ein Kind verläßt zehnmal leichterdie langgewohnten Verhältnisse als die kurzgcwohntcn, underst im Manne erscheint gerade das Umgekehrte der Berech-nung. Für Kinder gibt cs keine Abschiede; denn sie erken-nen keine Vergangenheit, sondern nur Gegenwart voll Zukunft.

Schwarzenbach an der Saale hatte freilich viel einenPfarrer und einen Kaplan einen Rektor und einen Kan-tor ein Pfarrhaus voll kleiner Stuben und zwei große.Diesem gegenüber zwei große Brücken mit der dazu gehörigenSaale und gleich daneben das Schulhaus, so groß (wennnicht größer) wie das ganze Joditzer Pfarrhaus, und unterden Häusern noch ein Rathhaus, nicht einmal gerechnet daslange leere Schloß!

Gerade mit dem Vater trat auch ein neuer Rektor au.Werner, ans dem Merseburgischcn, ein schöner Mann mitbreiter Stirne und Nase, voll Feuer und Gefühl, mit hinrei-ßender Naturbcrcdsamkcit, voll Fragen und Gleichnisse undAnreden wie Pater Abraham; übrigens aber ohne alle Tiefe,weder in Sprachen noch in andern Wissenschaften. Jndcß halfer der Armuth auf dieser Kehrseite durch einen Kopf vollFreiheit-Rede und Eifer ab; seine Zunge war der Hebel derkindlichen Gemüther. Sein Grundsatz war, aus der Gram-matik nur die allcrnothwcndigstcn Sprachsormcn worunterer blos die Deklinazioncn und Konjugazionen verstand ler-nen zu lassen, und dann ins Lesen eines Schriftstellers übcr-znspringen. Paul mußte sogleich den Sprung hoch über Lau-gens colloguin hinweg in den Lorneliuo thun; und cs ging.Die Schulstube oder vielmehr die Schularche faßte Abc-Schützen, Buchstabirer, Lateiner, große und kleine Mädchen