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Hause war, ein Gesangbuch und ging damit zu einer steinaltcnFrau, die Jahre laug gichtbrüchig darnieder lag, und stelltesich vor ihr Bette, als sei er ein erwachsener Psarrer undmache seine» Krankenbesuch, und hob an ihr ans den LicderwSachdienliches vorznlcscn? Aber er wurde bald unterbrochenvon dem Weinen und Schluchzen, mit welchem nicht etwa diealte Frau das Gesangbuch anhörte — diese ließ sich kalt aufnichts ein — sondern er selber.
Einmal nahm der Vater den Helden sogar an den Hofmit nach Versailles, wie man wol Zedtwitz ohne Nebcrtrei--bnng nennen mag, da cs die Residenz der Patronath'errschastder Joditzer Pfarrer war. Jedesmal wenn er bei Hofe gewe-sen — im Sommer fast zweimal monatlich — setzte er AbendsFrau und Kind in das größte ländliche Erstaunen über hohePersonen und deren Hofzeremoniel, und über die Hosspciseund Eisgruben und Schwcizerkühe, und wie er selber ansdem „Domcstiken"-Zimmer sehr bald zu dem Herrn von Plo-tho, oder auch zum Fräulein, dem er ans dem Klavier einigeVor- und Nachübungen gab, nnd endlich zur Freiin von Plo-tho, einer gcbornen Bodcnhanscn, nnd stets wegen seiner Mun-terkeit zur Tafel gezogen wurde, wenn auch daran (dieß än-derte nichts) die bedeutendsten Nittergutbesitzcr Voigtlandssaßen und aßen. Aber gleich einem alten lutherischen Hos-predigcr erkannte er die unabsehliche Größe des Standes wiedas Erscheinen der Gespenster an, ohne vor beiden zu beben.Und doch sag' ich: wie glücklicher seid ihr jetzigen Kinder, dieihr so anfgerichtct erzogen werdet, zn keinem Nicderfallen vordem Range belehrt und von innen gegen den äußeren Glanzgestärkt! — Das eine Stunde entfernte Nicderfallen der Jo-ditzischen Pfarrsöhuc vor dem Zedtwitzer Throne wurde noch
Icon Pauvs ausgcw. Werke, XVI. H