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So mm wären die Klöster schon um unserer eigenen Heiligungwillen Zcitbedürfniß. Allein dem wahren Christen muß das Heilseines Mitmenschen eben so sehr als sein eigenes am Herzen liegen,die christliche Liebe muß sich werkthätig zeigen. Der Einzelne aberkann selbst bei dem besten Willen und den reichlichsten Mitteln nurwenigen Unglücklichen Hilfe und Beistand leisten. Daher tratenverschiedene Orden in's Leben, mit der Aufgabe, den Leidenden allerArt leibliche und geistliche Hilfe zu gewähren. So bildeten sich alleHospital-Orden und Brüderschaften, nnd wahrlich, anch sie sindBedürfnis der Zeit, so lange es Kranke und Unglückliche aller Artgibt. Ebenso dürsten wir wohl, in Erwägung, mit welch' religions-leeren Herzen unsere Jugend in die arge Welt hinaustritt, und beiBeherzigung der Gefahren, welche sich hieraus von selbst für dieSittlichkeit der gesummten Menschheit im Laufe der Zeiten und imZusammentreffen der Umstände ergeben, auch in daS Urtheil der-jenigen mit einstimmen, welche glauben, es könne dem sittlichenVerfalle, an welchem unsere Zeit leider sehr danicderliegt, nur dadurchabgeholfen werden, daß wir der Jugend eine christliche Erziehunggeben, welcher Zweck abermals durch die religiösen Genossenschaftenam leichtesten und ehesten erreicht werden möchte.
Die Zeitgcmäßheit der Klöster drückt sich aber auch aus in densehnlichsten Wünschen der Katholiken in jenen Ländern, welche diesogenannte Reformation oder die Säkularisation solcher liebevollenAnstalten beraubt hat. Gegenwärtig ist nach den unseligen Zeiteneines religiösen Jndiffercntismuö ein besserer Geist im Erwachenbegriffen, das kirchliche Leben fängt an einen neuen Schwung zuerhalten, im Lichte des wiederkchrenden Glaubens finden dieUeber-rcste der alten Frömmigkeit Bewunderung, und gewiß dieser bessereGenius wird allenthalben kirchliches Leben verbreiten.
Unter solchen Verhältnissen nun kann man, ohne Prophet zuscyn, daS fernere Schicksal der Klöster leicht voranösehen, und dieVergangenheit ist uns hier ein Spiegel, in dem wir die Zukunftschauen. Die Geschichte der Mönchsorden ist nämlich auch theilwciseeine Geschichte der Manifestation des kirchlichen Lebens. Wo diesesam reinsten und herrlichsten blühte, und gegen die Welt zu kämpfenhatte, da begegnen uns auch in den Klöstern die erhabensten Tugenden;