Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
412
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Unglücklichen ziehen sich zurück vom Geräusche der Welt in die stillenRäume der Klöster, und ihr Herz findet Ruhe in Gott, ihre Thro-nen werden getrocknet und ihr Gemüth öffnet sich der göttlichenvorhin von ihnen verschmähten ewigen Liebe.

So waren denn von jeher die Klöster als Schöpfungen derchristlichen Liebe wahre Zufluchtsstätten der Reuigen und Unglücklichen.Sie Alle eilen in's Kloster wie nach erlittenem Schiffbrnche in denHafen der Ruhe, und hinter der Klostcrthüre tönt der letzte Schallder Erde an ihr Ohr. Und nun die Frage: sind solche Anstaltenchristlicher Liebe nicht mehr zeitgemäß? oder gibt es in unserer Zeitkeine Reuigen, Unglücklichen, die, von der Welt betrogen, in ihr dieZufriedenheit ihres Herzens nicht mehr finden können?

Sind aber einerseits die Klöster wahre Zufluchtsstätten derReuigen und Unglücklichen und somit für alle Zeiten wahre Wohl-thätigkcitsanstaltcn, so waren sie andererseits und sind noch heutesichere Asyle der Tugend und Unschuld. Es gibt nämlichSeelen, welche das Glück hatten, von ihrer zartesten Jugend an dasKleid der Unschuld, das sie in der heil. Taufe cmpficngcu, rein undunbefleckt zu erhalten. Auch sie eilen in's Kloster, um, gänzlichabgestorben für die Welt, nur ganz dem Herrn zu leben. Nichtvornehme Geburt, nicht Reichthum und alles das, was die WeltGlückSgütcr heißt, hindern sic an der Ausführung ihres Vorhabens,nein, sic folgen ganz den Eingebungen der göttlichen Gnade. SolcheAsyle für die bedrohte Tugend und Unschuld wären nun nach unsererMeinung so lange Bedürfnis', als cs solche Tugendhcldcn gibt, diefreudig und gern alles Irdische dem Ewigen zum Opfer bringen,Bedürfnis:, so lange cs Seelen gibt, die auch bei den besten Vor-sätzen nickt Kraft genug haben, allen Verführungen standhaft zutrotzen, sondern die nach dem Nathe ihres göttlichen Meisters dasAuge ausreißcn, das sie ärgert, um einst der Aufnahme in dasReich der ewigen Herrlichkeit für würdig erfunden zu werden. Er-gießt sich daher auch unsere Zeit in Schmähungen gegen die Klöster, soklagt sie sich damit nnr selbst an, daß sie die Tugend nicht auf allenur mögliche Weise unterstütze. Wem es aber darum zu thnu ist,auf dem Wege der christlichen Vollkommenheit fortzuschreitcn, vor dessenAugen können die Klöster nie und nimmermehr verachtenswertst seyn.