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2 (1845)
Entstehung
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Pflege der leidenden Menschheit. Allein in den Augen der Religionund der Gesellschaft muß auch das viel schwerere Geschäft schönund herrlich scyn, Seelen aus dem Abgründe zu retten, in den siedie Sünde gestürzt hatte. Ist cs ja doch eine viel leichtere Aufgabe,die Unschuld zu bewahren, als die verlorne durch Reue und Bußewieder zu gewinnen, und leichter, die Wunden des Körpers als dieder Seele zu heilen. Und dennoch versuchte man cS, auch hier zumZiele zu gelangen, und so erhoben sich Zufluchtsstätten als Gegen-mittel gegen das Uebcl. Die bedeutendste dieser Anstalten ist jedochunstreitig die Stiftung der Madame de Combo.

Maria de Cys (1656 —1692) wurde zu Leyden im Schoosedes Protestantismus geboren. Schon in ihrem neunzehnten Jahreverehelichte sie sich mit dem Herrn de Combo, wurde aber bereitsin ihrem Listen Jahre Wittwe. Da sie aber aus Familienrücksichtenbald darauf nach Frankreich auswandcrte, schwur sie der Häresieab, und trat zu dem katholischen Glauben zurück. Darüber empört,versagten ihr nun die eigenen Verwandten jede Unterstützung; alleinLa Barmondiöre, Pfarrer von Saint-Sulpiee, erwirkte ihr dieAufnahme in eine Genossenschaft und sogar einen Gehalt für ihrezu leistenden Dienste. Von nun an lebte Madame de Combo nurfür Frömmigkeit und Wohlthätigkeit, und unternahm cs, ihrer weni-gen Mittel uncrachtct, Mädchen, welche ihr Leben ändern wollten,aus dem Pfuhle der Sünden zu retten. Alsbald unterstützten siehierin einige fromme Personen, und so bildete sich eine anfangsnicht sehr zahlreiche Genossenschaft in der Straße Cherchc-Midi.Als aber Ludwig XIV., der die Wichtigkeit einer solchen Stiftungwohl einsah, ihr im Jahre 1688 ein Haus und eine Unterstützunganwics, und die Liebe der Gläubigen das Fehlende ergänzte, umdas Werk zu vollenden, besiegte Madame de Combo standhaft alleHindernisse, vergrößerte, als die Zahl der Büßcrinen zunahm, daSGebäude und errichtete eine Kapelle. Die Mitglieder der Anstaltselbst aber waren thcils solche, deren Lebensweise stets gut gewesenwar, theils bestanden sie aus freiwilligen Büßerinen, die man zurArbeitsamkeit und zur Tugend hcranbildete. Ucbrigcns erhielt dieneue Anstalt erst nach dem Tode ihrer Stifterin im Jahre 1698königliche Patentbricfe. Die fromme Genossenschaft schien erstorben

Tesch. der Mönchsorden. II. 24