Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
288
Einzelbild herunterladen
 

Stationen errichtet sind. Der Kalvarienberg selbst wurde der Vorder-seite des Gebäudes gegenüber errichtet, das sich da erhob, wo ehedem diedrei Kreuze standen. Der Felsen, ans welchem JesuS und die beide»Schächer stehen, bildet in seinem innerlichen Raume die Grabeshöhle.Von der Kanzel, welche hinten am Fuße des Kreuzes angebrachtist, verkündigte der Missionär die Wahrheit des Heiles - einerunzählbaren Menschenmenge, welche sich um den Felsen drängte; vondieser Stelle streckte er oft seine Hände gen Himmel, wandte sichmit dem Antlitz gegen Frankreichs Hauptstadt, und bat flehentlichden Herrn der Gnade, er mochte diese schnldbelastetc Stadt, denMittelpunkt und gewissermaßen die Quelle so vieler Greuel, an sichziehen.

Eine königliche Ordonnanz vom 20. September 1816 auktorisirtcdiese Pricstergesellschaft der Missionen von Frankreich, indem sie sichdarauf berief, daß die kleine Anzahl der an den Kirchen angestelltenGeistlichen den Nöthen der Diöeesen nicht genug Hilfe leisten könne,und daß diese Gesellschaft den unbesetzten Pfarr- und Nebcnkirchcnmächtige Unterstützung gewähre. Die Geistlichen dieser Gesellschaftmußten ihre Funktionen unter der Auktorisation der Erzbischöfe undBischöfe ausüben; ihre Niederlassungen konnten nur ans den Wunschder Ordinarien der Diöeesen, in denen sie gegründet werden sollte»,und nach Einholung der Gutheißung des Königs errichtet werden;übrigens hatten sie ans alle den Instituten der Religion und Liebeverliehene Vortheile Ansprüche.

Zu Paris wurde den Missionären die Basilica von Sainte-Geneviöve (Gcnofeva), der Patronin dieser Hauptstadt, angewie-sen; überdies; erhielten sie noch ein neues Lokal in der StraßeEnfer.

Aber die Revolution von 1830 konnte diese so nützliche Nieder-lassung unmöglich ruhig bestehen lassen. In den Juliustagcn wurdedaS Haus in der Straße Enfer gänzlich zerstört und der SuperiorRansan war den größten Gefahren ausgesetzt. Daraus folgte diegänzliche Aufhebung, und diese Unterdrückung der Missionäre vonFrankreich bietet noch das Merkwürdige dar, daß das Gouvernementnicht allein ihr Fortbestehen nicht duldete, ihnen nicht nur die Kirchevon Sainte-Geneviöve und den Mont-Valerien abnahm, sondern daß