einem Kapuziner und Prediger, in der frommen Absicht, die Prote-stanten zu bekehren, geleitet; sie bestand aus Priestern, Religiöse»und selbst ans Weltlichen, welche, jeder nach seinem Stande und seine»Mitteln, die Ealvinisten über ihren Jrrthum belehren und die neue»Converütcn in ihrem Glauben bestärken helfen mußten. Diese Ge-nossenschaft konnte sich aber nicht halten, und die Congregation derPriester des Kalvarienberges, die durch Patcntbriefe vom Jahre 165gbestätigt worden war, erfuhr selbst manchfache Veränderungen. DiePriester, aus denen sie bestand, lebten abgeschieden von einanderals Eremiten. Nach Charpentier's Tod trat an seine Stelle derPater Peter Loysel, welcher aber bald ans die Leitung der Con-gregatiou verzichtete. Mau vereinigte nun die Priester von Börharai»und die von Mont-Valerien, und die Pfarrer von Paris wurden inihre Gemeinschaft ausgenommen. Seit dieser Zeit ist cs üblich, daßdie Pfarreien der Hauptstadt Frankreichs in der Krcuzwoche pro-ccssionöwcise auf den Mont-Valerien sich begeben. Der Erzbischofvon Paris übertrug dem Peter Couderc, dem ersten Viear von ^Saint-Sulpiec, die Reform des Hauses; dieser wurde sofort nnJahre 1664 zum Superior gewählt, und ließ sich mit einigen Pric-stern von der Congregation Saint-Sulpice auf dem Kalvarienbergnieder; mehrere seiner Nachfolger waren sehr würdige und verdienst-volle Männer.
Siebentes Kapitel.
Priester der Mission von Saint-Sulpice.
(1641.)
Wenn man von Saint-Sulpice, dieser so apostolischen undehrwürdigen Körperschaft spricht, so muß man, was nicht immergeschieht, wohl unterscheiden zwischen Congregation und Priester-Seminar. Diese Niederlassungen gehen zurück bis aufJacob Olier !(1608—1657), dessen Name an so wichtige Werke erinnert, undder als Einer der Geistlichen seiner Zeit betrachtet werden kann,die am meisten dazu beigetragen haben, die Disciplin bei demClcrus zu beleben und den Geist der Frömmigkeit unter den Gläu-bigen zu erneuern.