Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
257
Einzelbild herunterladen
 

257

christlichen Nächstenliebe ins Leben, die von zwei durch ihn bekehrtenedlen Frauen gegründet wurde, und sich bald in andere StädteFrankreichs und selbst des Auslandes verbreitete. In diese Zeitfällt auch die glänzende That der durch Vincenz bewirkten Bekehrungdes Grafen von Rougemont. Der Gefürchtete wurde jetzt eineZuflucht der Leidenden und Armen.

Auf die Bitten der Familie Gondi, und in der Hoffnung, durchden Grafen, der General der französische» Galeeren war, denphysischen und moralischen Zustand der Gefangenen bessern zukönnen, kehrte Vincenz im Jahre 1617 wieder zum Grafen Gondizurück. Unter Thränen und Schluchzen nahmen die BewohnerVon Chatillon von ihm Abschied, und die Protestanten der Stadtgaben ihm das schönste Zcugniß, wenn sie zu den katholischenEinwohnern sprachen:Ihr verliert die Stütze und den Grundsteineurer Religion."

Von Paris ans, wo sich nun Vincenz wieder aufhielt, unter-nahm er Missionen, und stiftete Genossenschaften der christlichenNächstenliebe. Weiter lagen ihm besonders die Galeerensklaven an:Herzen. Mit Einwilligung seines Grasen kaufte er ein Haus inParis, und bestimmte cs für Aufnahme jener Sträflinge. EinAusruf an die öffentliche Wohlthätigkeit schaffte ihm die Mitteldazu, und besonders unterstützte der Erzbischof von Paris die neuewohlthätige Anstalt, die nicht bloö für die leiblichen, sondern auchgeistigen Bedürfnisse der verwahrlosten Verbrecher sorgen sollte.Täglich besuchte Vineenz seine Galeerensklaven, und redete mitihnen von Gott mit jener eindringlichen Salbung, die ihm ganzeigen war. Die Religion drang in die Gefängnisse der Verbrecher,und die glückliche Veränderung, die sichtlich mit den Letzteren vor-ging, erfüllte alle Welt mit Staunen und mit Achtung vor demManne, der solches gewirkt. König Ludwig XIII. ernannte denAincenz im Jahre 1619 zum Gencralalmosenier der Galeeren vonganz Frankreich, damit die treffliche Ordnung, die dieser unter dieGaleerensklaven der Hauptstadt gebracht hatte, überall zur Besserungdieser Verbrecher eingeführt werde.

Um diese Zeit übernahm Vincenz das weitere Amt eines Vor-stehers in dem Kloster der Heimsuchung Mariä, welches die fromme

Gisch, der Mönchsorden. II. 17