Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
258
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Frau Fremiot von Chantal zu Paris gestiftet hatte. Der heiligeFranz von Sales hatte Vinccuz in Paris kennen und verehrengelernt, und wünschte jene unter seinem Schutze stehende Anstaltden besten Händen anzuvcrtrancn. Der große Bischof von Genfund der edle Priester von Paris lebten von nnn an in der innigstenFreundschaft, einer würdig des andern. Bald ging Vinccnz nachMarseille, um bei den dortigen Galeeren seine heilsamen Einrich-tungen zu treffen. Hier war cs, wo er für einen unglücklichen,wegen Schmuggelei cingckcrkerten Familienvater sich in Fesselnlegen ließ, um diesen den Scinigen zurückzustellcn, eine That, diedurch die Demnth, welche sie so sorgsam zu verheimlichen suchte,noch schöner geworden ist. Rastlos arbeitete dann Vincenz anseinem begonnenen Werke weiter, führte die Verbrecher zur Er-kenntnis; ihrer Schuld und Pflanzte in den Herzen ihrer ZuchtmeisterMilde und Freundlichkeit.

Aus der Reise von Marseille nach Paris traf er in der StallMayon ganze Massen von Bettlern, die ohne Religion ein wüstes, baldzügelloses, bald elendes Leben führten. Alsbald faßte er den Ent-schluß, für die Verwahrlosten zu sorgen, und durch sein Bemühenentstanden zwei fromme Gesellschaften, Brüderschaften des heiligenCarl von Borromco, deren eine für die männlichen, die andere fürdie weiblichen Armen sorgte. Bald gewann Ma^on ein verändertesAussehen. Die meisten der Bettler wurden thätig und arbeitsam,die gebrechlichen fanden Pflege und Unterhalt, und das Elendeinerseits, wie die Last andererseits horte ans. Vincenz aber verließdie Stadt in aller Stille, um sich dem öffentlichen Danke der Be-hörden zu entziehen.

Weiter rief er in Bordeaur die neue Ordnung bei den Galeerenrn's Leben, und diese schwimmenden Gefängnisse, früher ein Schau-spiel der Hölle, wurden auch hier in Tempel verwandelt, in denenman zum erstenmale die Lobgesänge des Herrn und die Stimmeder Rene vernahm. So lange Vincenz lebte, sorgte er bei seinenvielen andern Geschäften doch unermüdct für die Galeerensklaven,und erwarb ihnen einen mächtigen Beschützer an dem CardinalRichelieu.

Unterdessen hatten Herr und Frau von Gondi eine Summe