Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
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Paris, und trat in Freundschaftsverbindung mit dcm Herrn vo»Berulle, dem Stifter deö französischen Oratoriums. Bald wurde erAlmosenier der Königin von Frankreich, Margaretha von Valois,lebte einige Zeit im Oratorium dcS H. von Berulle, und nahmnachmals die Pfarrei Clichi an, deren Wohlthäter er wurde, nichtdurch die Spenden, die er selber geben konnte, denn er war derAermste der Armen, sondern durch die Gaben, die um seinetwillenvon begüterten Parisern dcm benachbarten armen Kirchspiele reichlichzufloßen. Aus Gehorsam gegen Berulle übernahm Vincenz dieErziehung zweier Söhne des Grafen Gondi von Joigny, und verließunter Thräncn seine Gemeinde, um in einein neuen WirkungskreiseSegen um sich zu verbreiten. Hier öffnete sich ihm die großeLaufbahn, die er zu durchlaufen bestimmt war. Er hatte einenarmen Bauern bewogen, eine Generalbeicht abzulegcn, und andiesem sehr heilsame Früchte seiner Ermahnung gesehen. Die Frauvon Gondi, eine sehr fromme und gebildete Dame, ersuchte ihn nun,die Wohlthat, die er jenem Kranken erwiesen, auch auf alle Ein-wohner von Folleville seiner Besitzung ihres Gemahls) auSzudehmm.Vincenz sing nun an, eine Missionsanstalt zu eröffnen, die denspccicllen Zweck der Bekehrung der Sünder durch Ermahnung undAufruf zur Buße haben sollte. Die Wirkungen der ersten Missionwaren so bedeutend und augenfällig, daß die Frau von Gondi ansallen ihren Gütern dieselbe cinführte. So sehr solche Wirksamkeitim Geiste und Geschmacke deö seelcncifrigen Vincenz war; soglaubte er doch nicht mehr länger an seiner Stelle im gräflichenHause bleiben zu sollen, denn das Leben der großen Welt war ihmzur Last. Er ging darum mit Berullc's Zustimmung nach Chatillonleö DambeS als Missionär und Pfarrverwalter. Es war dieß eineschwierige Gemeinde. Viele Einwohner, im Verbände mit dembenachbarten Genf, waren calvinistisch geworden, Vincenz selbstwohnte bei einem Kalvinisten, die sechs katholischen Geistlichen dieserStadt aber waren ohne wissenschaftliche Bildung, und wenig geneigtund geeignet, durch rühmlichen Eifer und durch das Ansehen einesguten Beispiels ihre Gemeinde zu heben. Aber bald lebte i»Chatillon ein neuer Geist ans, und auch die bisher trägen Clcrikcrwurden zu neuem, sittlich-religiösem und eifrigem Leben geweckt.Durch seine Bemühung trat im Jahre 1617 die Schwesterschaft der