Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
255
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indessen nur das Wichtigste answählen dürfen. ' Hier handeln wirvon den Vätern der Mission; von seinen barmherzigen Schwe-stern werden wir weiter nuten handeln.

Vinccnz von Paul ward den 24. April 1576 zu Ranguiucs,einem kleinen Dorfe fti der Provinz Gaseogne, geboren. Sein Vater,Wilhelm von Paul, war ein einfacher, wenig begüterter, aberarbeitsamer Landmann. Frühe zeigte sich bei dem Knaben Nächsten-liebe und Gutherzigkeit vereint mit Talenten, die zu den schönstenHoffnungen berechtigten. Dich bewog seinen Vater, ihn für diewissenschaftliche Laufbahn zu bestimmen, und ihn der Schule zuDar zu übergeben. In seinem zwanzigsten Jahre beschloß Vincenz,sich der Theologie zuzuwendcn, und trat in das Seminar zu Tou-louse ein, wo er sieben Jahre blieb. Hier fand er in dem Herzogvon Epernon einen Beschützer und Wohlthätcr, der ihm bald nachseiner Priesterweihe im Jahre 1600 ein Bisthum verschaffen wollte;denn seine Vorzüge waren nicht verborgen geblieben. Aber Vincenzlehnte jede, höhere Würde ab.

Auf einer Seereise von Marseille nach Narbonne im Jahre1605 wurde Vincenz von türkischen Seeräubern gefangen genom-men , in Tunis auf den Sklavenmarkt gebracht und verkauft. Erkam nacheinander an mehrere Herren, zuletzt an einen Renegaten.Dieser sah die Schmach seines Abfalls ein, und beschloß mit Vinccnznach Frankreich zu fliehen. Sie kamen glücklich nach Avignon,und der Renegat wurde von dem päpstlichen Vicelegateu wiederfeierlich in den Schoos der Kirche ausgenommen.

Mit diesem Legaten reiste Vincenz nach Rom, und überließsich hier wieder seinen gewöhnlichen Studien, die in der Gefangen-schaft zu Tunis eine Unterbrechung erlitten hatten. Nach einigerZeit schickte ihn der französische Gesandte mit eincm geheimenwichtigen Austrage an König Heinrich IV. von Frankreich, und dergroße König lernte den ehrwürdigen Priester hoch schätzen. ESwar dieß im Jahre 1609. Nachdem er seinen Auftrag erfüllt,widmete sich Vincenz dem Krankcndienste im Spital der Charitö zu

> Es eristiren diele Biographien dieses große» Mannes, z. B. von Abelly,v. Stolberg, von Rebonl-Bervitte, von Orsini re. Letzteres Werk erschien indeutscher Uebersetznng, heransgegeben von F. L. Steck, kath. Stadtpfarrer inReutlingen, in der Laupp'schen Buchhandlung zu Tübingen 1843.