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Missionen der Jesuiten unter den Häretiker» und Schismatikern (Mir Lheite auchden Mnhaincdanern) im Grient. '
Unter den nahezu 300,000 Christen von verschiedenem Be-kenntnisse, welche in Constantinopel lebten, befanden sich imJahre 1707 schon sehr viele Katholiken, deren Zahl sich durch diegrausame Verfolgung dcö Großveziers Ali Pascha keineswegsverminderte, vielmehr bis ans mehr als 12,000 stieg. Hiezu sindnoch zu zählen die vielen wegen Handelsgeschäften sich ans längereoder kürzere Zeit hier aufhaltcnden Katholiken, hauptsächtlich aberdie Sklaven ans den großhcrrlichen Schiffen oder im Sklaven-gefängniffe, deren Zahl sich ans 4000—5000 belief. Außer diesengab eS aber noch wenigstens 20,000 in den Privathäusern, so daßalso ein weites Feld für eine eifrige Seelsorge sich öffnete. Dennobwohl sie der Sorge dcö pflichteifrigen Titularerzbischofes vonAneyra anvertrant waren, so konnte doch ihren geistlichen Be-dürfnissen nicht vollkommen Genüge gethan werden.
Ludwig XIV. bestellte nun Jesuiten zu Capläncn seinerGesandtschaft in Constantinopel, welche immer in sehr großemAnsehen bei der Pforte stand. Auf diese Weise war ihnen eineungestörte Wirksamkeit gesichert. Türken und Griechen der Haupt-stadt zeigten sich ihnen keineswegs feindlich. Gleichwohl konnte aneine zahlreiche Bekehrung der Schismatiker nicht gedacht werden,da die Erinnerung an ihre alte Größe sie zu aufgeblasen machte.Um so mehr aber konnten die eifrigen Missionäre unter den Katho-liken wirken.
Unterdessen schlossen sich doch auch manche Schismatiker wiederan daö gemeinschaftliche Leben der Kirche an. So bekehrte derP. Cachod im Jahre 1712 allein über 400 Schismatiker undauch fernerhin waren seine Arbeiten stets gesegnet, und die treff-lichen Schulen der Jesuiten wurden selbst von griechischen Kindernzahlreich besucht.
Wie überall, so stifteten die Jesuiten auch hier ihre Brüder-
> Die Missionsgeschichte der Jesuiten unter den von der sogenannten Re-formation gebildeten Sekten fällt mit der AnsbreitungSgeschichte des Ordensin Europa zusammen. Zudem war es ja die erste Aufgabe des Ordens, dieIrrlehre des sechzehnten Jahrhunderts in ihrem Entstehen zu bekämpfen. Bergt.Wittman», a. a. O. S. 865 ff