Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
209
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so daß diese Kirche bereits im Jahre 1640 gegen hunderttausendGlieder zählte. Frauenklöster erstanden in großer Zahl, und überallblühte christliche Zucht und Sitte. Neberhaupt vermehrte sich daSChristenvolk ungemein, so daß in den nächsten zwanzig Jahren(bis 1663) zu den frühen: hunderttausend Gläubigen säst noch einMal so viel neue gekommen waren.

Zwar wurden im Jahre 1664 die Priester verbannt, durftenjedoch bald wieder zurückkehren; und als später die Verfolgungheftiger wurde und auch die Neubckchrten traf, so zogen sich die-selben in Wälder und einsame Gegenden zurück, wo sie volkreicheChristengemeinden bildeten und von Zeit zu Zeit von Missionärenbesucht wurden.

Selbst die neue Verfolgung, die im Jahre 1696 auöbrach,stiftete nicht so viel Unheil, als man befürchtet hatte, und imAllgemeinen konnten die Missionäre fortan mit solchem Segenwirken, daß jeder einzelne jährlich 5001000 Taufen zu vollziehenhatte. Selbst in dem schlimmsten Jahre 1696 wurde die Kirchevermehrt, und im Jahre 1702 waren die Verhältnisse schon wiederso günstig geworden, daß drei Missionäre in deniselben gegen 6000Ncubekehrte taufen konnten. Allerdings waren sie keinen Augen-blick sicher und mußten daher ihre Zuflucht zu der Klugheitnehmen.

Aber leider brach jetzt unter einem christenfeindlichcn Reichs-vcrwescr eine neue Christenverfolgung auS. Cs gab manche Märtyrersowohl unter den neuen Christen als auch unter den Missionären,und der Tod zweier Jesuiten schien die Wnth der Verfolger in soweit zu stillen, daß kein Blut mehr vergossen wurde. Aber diechristlichen Blutzeugen stärkten den Glauben und machten auf dieHeiden einen solchen Eindruck, daß viele derselben inständig umdie Taufe baten. Neberhaupt zeigten sich die Jesuiten auch hierals vortreffliche Missionäre. So hatten sie in diesen Gegendenallein vom Jahre 1737 bis 1740 cilftausend Heiden getauft, uudin ähnlichen Verhältnissen setzte sich ihre Wirksamkeit fort, bis auchhier die nämlichen politischen Verwirrungen eintraten wie inCochinchina, mit dem Tongking durch siegreiche Rebellen vereinigtwurde (1786).

Gesch, der Mönchsorden. II. 14