Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
208
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Mijsionc» der Jesuiten in Tong-King.

Auch nach Tong-King kam das Licht des Evangeliums zuerstdurch Priester der Gesellschaft Jesu, und zwar im Jahre 1627 durchP. A. Marques und P. A. de Rhodcs. Viele hörten bereitwilligihren Unterricht nnd baten um die Taufe, so daß die Zahl der Gläu-bigen von Tag zu Tag sich mehrte. Selbst die Schwester des Kö-nigs ergab sich der Wahrheit nnd war bald eine eifrige Pflegerinder christlichen Sache. Leider wurden die Missionäre bald vertriebe».Aber in drei Landschaften, in denen sie noch landeten, bevor sie anden Punkt kamen, von wo sie aus ein europäisches Schiff gebrachtwerden sollten, hatte ihre Predigt solchen Erfolg, daß sie in derersten 25, in der zweiten über 100, und in der dritten, wo schonvon Ncophytcn Vorbereitungen gemacht worden waren, gegen 1000Heiden der Kirche cinvcrleibcn konnten.

Zu ihrer Freude aber kam noch zu der Zeit, als sie absegelnsollten, ein portugiesisches Schiff an, dessen Herr nur unter derBedingung nach der Hauptstadt segeln nnd sich in Geschäfte ein-lasscn wollte, daß auch die Missionäre in diessclbe kommen dürsten.Ans diese Weise nun kamen sie in die Hauptstadt zurück. Unbe-schreiblich war der Jubel der Christen über die Zurückknnft ihrergeistlichen Väter, nnd die Gemeinde nahm einen neuen Aufschwung,so daß sie bald mehrere tausend Glieder zählte. Freilich mußtendie Missionäre zum großen Leidwesen der Christen mit den portu-giesischen Kanfleuten wieder abziehen, aber sie hatten unterdessendie Gemeinde in eine gute Ordnung gebracht, nnd drei vortrefflicheStellvertreter aufgestellt, die eidlich gelobten, dem Gottesdienste nachder Vorschrift der Missionäre vorzustchen, bis ihre Väter wieder-kehrcn würden.

Schwer vermißten die Christen ihre Priester und wandten sichflehentlich um Abhilfe ihrer geistlichen Noth an Papst Urban VIII.Endlich sandte man drei Missionäre nach Tong-King, welche auch inder That von dem Könige, dem an engeren Handelsverbindungen mitden Portugiesen sehr viel gelegen war, gut ausgenommen wurden.Ruhig verbreitete sich sofort der Glaube über Städte nnd Dörfer,

' Bergt. Wittmann a. a. O. S. 231 ff.