Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
207
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gcs Edikt gegen die Christen, dessen Vollziehung viele Neulingewankend machte, aber auch mancher Heldeusecle die Martyrerpalmeerwarb. Endlich legte sich der Sturm wieder, und die Jesuitenkennten, nachdem sie sich bei Hofe durch mathematische und medi-enüschc Kenntnisse Ansehen verschafft hatten, um so scgensvollcrwirken. Allein im Jahre 1700 zog sich ein neues Ungewitter überdiesem Weinberge des Herrn zusammen, indem eine auögebrochcneEmpörung den Christen aufgebürdct wurde, wodurch der leichtgläu-bige König sich zur größten Wuth gegen dieselben aufhctzen ließ.

Am 17. März 1700 wurde das Ncrfolgungsdekret erlassen, nachwelchem alle Kirchen im Reiche geschleift, alle Missionäre, mit Aus-nahme des HofmathematikuS P. de Arncdo in das Gefängnißgeworfen und dann verjagt, die Christen aber zum Abfall und allellntcrthancu ohne Unterschied zu Verunehrung des heiligen Kreuzesgezwungen werden sollten.

Dieser Befehl wurde mit größter Strenge, zum Theil mit Grau-samkeit auögeführt. Viele waren schwach, viele Andere blieben demHerrn treu in Qual und Tod. Auch von den Missionären erlagenmehrere, die übrigen überlebten glücklich die Trübsale, durch die-siebewährt wurden; nur wenige aber waren den Häschern entgangenund konnten so den verfolgten Schäflein hie und da Trost undStärkung bringen.

Auch diese Verfolgung ging vorüber, und im Jahre 1702brachte cs P. de Arnedo bei dem Könige dahin, daß alle gefan-genen Missionäre freigclassen wurden, unter der Bedingung, daß sienur in den Städten mit einer Besatzung sich festsetzcn und bei Nachtnie aus dem Hause gehen durften.

Zwanzig Jahre lang hatte die Mission sich sofort ungestörterRuhe zu erfreuen, und die uuermüdeten Jesuiten bauten hoffnungs-voll au der eochinchinischen Kirche fort.

Im Jahre 1750 ergrimmte der König aufs Neue gegen dieChristen, und 27 verdiente Missionäre mußten das Feld ihrer apo-stolischen Arbeiten verlassen. Nachdem aber die Hirten geschlagenwaren, wurde auch die Heerde zerstreut.