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daß dasselbe wenigstens nickt ganz ausgcrottct wurde, was um soleichter hätte gesckehen können, als seit 1715 sich alle Missionärestreng nach dem päpstlichen Verbote chinsichtlich der chinesischen Ge-bräuche richten mußten und dadurch doppelten Haß auf sich luden.Bereits wurde auch eine bedeutende Anzahl von Missionären, welcheentweder die erforderlichen kaiserlichen Patente nicht hatten, oder esin irgend einem Punkte an Klugheit fehlen ließen, nach Cantonverbannt. So ward die ganze chinesische Kirche erschüttert und konntenur noch durch die besondere Umsicht und den muthigcn Eifer derJesuiten zu Pcquin aufrecht erhalten werden.
Im Jahre 1722 starb der Kaiser, und sein christcnfcindlichcrSohn Numkin bestieg den Thron. So kam eS, daß kaum 30 Jahrenachdem die Jesuiten in China Glaubensfreiheit errungen hatten,der christliche Glaube wieder geächtet wurde. Und die Schuld darantrug großeuthcils die Zwietracht, welche der Feind alles Guten unterden Missionären gesäet hatte.
Missionen der Jesuiten in Cochinchina. *
Nach Cochinchina wurden im Jahre 1614 die beiden Je-suiten Franz Buzomi und DidaeuS Carvalho zur Verkün-digung des Evangeliums geschickt. Der Erstere schlich sich zwar wiederin sein geliebtes Japan ein nnd errang hier die Martyrerkronc, derLetztere aber begann, nachdem er die Landessprache erlernt, mit sol-chem Eifer an der Christianisirung Cochinchina's zu arbeiten, daßinnerhalb eines Jahres schon zwei Kirchen (in der Stadt Turon undin der Hauptstadt Caeeiami) erbaut und sehr viele Heiden Christengeworden waren. Von Tag zu Tag mehrte sich die Zahl der Gläu-bigen, besonders seit neue Arbeiter angekommen waren. In Kur-zem hatte die Gesellschaft Jesu 30 Gotteshäuser in Cochinchina ge-gründet und jährlich bis zum Jahre 1663 wurden in diesem Landeüber 2000 Seelen für Christus gewonnen.
Aber schon schwebte eine schwere Wetterwolke über dem schönenErntefcld. Denn aufgehetzt von furchtsamen Höflingen und fana-tischen Götzenpriestern gegen die frommen Lehrer, beschloß der König,dieß Nebel mit der Wurzel auözurotten. Cr erließ daher ein bluti-
' Vergl. Wittmann a> a. O. S. 2l7.