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chem daS Christenthum für ein heiliges Gesetz, dieMissionäre für tugendhafte Männer erklärt wurdenund die Chinesen die Erlaubnis! erhielten, den neuenGlauben anzunchmcn (1692).
Seit der Ankunft der französischen Jesuiten, deren Zahl sichbald vervierfachte, und besonders seit Ertheilung des kaiserlichen Frei-briefes wurde der Zustand der Missionen hinsichtlich der Zahl derBekehrten, so wie der Frömmigkeit derselben immer blühender.
Zu Pegnin allein wurden von dieser Zeit an fast in jedemJahre über 500 Heiden bekehrt und mehrere Tausende von denin China so häufigen Findelkindern getauft. In den Provinzen aberwuchs die Zahl der Nenbckehrten vcrhältnißmäßig noch mehr als inber Hauptstadt. So vergrößerte sich in der Landschaft Nanquin dieChristcnhecrde biö über 100,000. In andern Provinzen wurden ineinem einzigen Jahre 500 bis 1000 und noch mehr Heiden für denGlauben gewonnen. So bekehrte P. Pinto allein im Jahre1696 — 1697 gegen 1500 Heiden, P. Rovana gegen 1600, P.SimoenS eben so viele in einem einzigen Jahre, P. Laureat!in 10 Monaten 900, P. Van derb ecken in einem halben Jahre500, P. Rodriguez und P. Vanhame jeder jährlich 500—600,und in den Städten, wo das Christenthum schon älter war, nahmenjährlich gegen 1200 Heiden den christlichen Glauben an.
Doch mit dieser Epoche ist auch die Blüthezcit der Missionenin China vorüber; sie kamen durch die Eifersucht, den Eigensinn undselbst Unverstand mancher Missionäre und einzelner apostolischerVicare auS dem Dominikaner- und Franziökancrordcn, sowie aus derWeltgeistlichkeit in Verfall, wobei sich natürlich auch die Jesuitenmanche Fehler zu Schulden kommen ließen. So kam cs, daß dieMissionäre in wechselseitigen Fehden wegen der chinesischen Gebräuche >und Begriffe ihrem Amte nicht mehr gewissenhaft verstehen konnten.Bei dem ganzen Handel aber hatten die Jesuiten mit all ihren Be-mühungen zu Gunsten des ChristcnthumS nur so viel ansgerichtet,
> Aehnlich wie in Indien wurden die Jesuiten auch in China von denandern Orden einer zu großen Accomodation an die alten heidnischen Ge-bräuche der Eingebornen bezüchtigt. Nach langem Streite wurde ihnen vomPapste diese Accomodation untersagt.