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Nach dem frühzeitigen Tode Dmchi'ö wurde Adam Schall vorGericht geladen (20. Scpt. 1664). In Anbetracht, daß er Jesum(der doch nur ein Verbrecher des JndcnlandcS gewesen) für denwahren Herrscher Himmels und der Erde, und als den höchstenGott verkündet, daß er nach eigenem Gcständniß jedjährlich 200—300Chinesen getauft, daö Christenthum hinterlistiger Weise sogar durchdie Anssprüche alter chinesischer Weisen beschönigt, überhaupt vielbetrügerische Lehren verbreitet, den Himmel blos als den FußschemelGottes erklärt, und demselben somit die gebührende Anbetung undebenso auch die den Todten, Aeltcrn u. s. w. schuldige Verehrungdurch Speisen u. s. w. zu entziehen gesucht habe u. s. w., in Anbe-tracht dieser und anderer Verbrechen sollte besagter Adam all seinerWürden (als ein der tiefsinnigen Wissenschaft wohl erfahrener Lehrer,als kaiserlicher Obermandarin und Präsident dcS mathematischen Col-legiums) entkleidet, und der Criminalbehörde zur Bestrafung über-geben werden. So nun kam cs, daß P. Adam mit dem Strang seinverdienstvolles Leben endete. '
Doch mit der Thronbesteigung des jungen Prinzen Camhi(1667) kam daö Christenthum wieder in Aufnahme, besonders durchdie klugen Bemühungen des P. Wolfgang Koffler. Einen grö-ßer» Schwung aber erhielt der heilige Glaube hier noch, seit derKaiser der eifrigste Schüler des P. Ferdinand Vcrbiest in derMathematik und Philosophie geworden war.
Indes; hatten schon längst auch französische Jesuiten gewünscht,in China ihre Thätigkeit zu entwickeln. Allein erst im Jahre 1685bot sich ihnen eine passende Gelegenheit dar, als der Minister Cöl-be rt ihnen die Mittel zur Unternehmung dieser Mission anbot, fallssie zugleich geographische Beobachtungen für die französische Akademiein China anzustcllcn sich verbindlich machten. Mit Freuden zeigtensich sogleich die Väter Fontancy, Tachard, Visdelou, Gcr-billon und Bo uv et hiezu bereit, von denen die zwei Letzteren nachihrer Ankunft im Jahre 1687 am Hofe zu Pequin bleibcu mußten.Ihren eifrigen Bemühungen gelang es auch wirklich, die Gunst dcöKaisers zu erhalten, und am Ende brachten sie es so weit, daßein Freibrief für die Missionäre verfaßt wurde, in wel-> Vergl. vr. PatriciuS Wittmann a. a. O> S. 164.