siegte die Stimme der Wahrheit. Die Reichsstände bestätigten dieAufnahme des Ordens feierlich, und von dieser Epoche an (1561)datirt sich also die legale Eristen; der Jesuiten in Frankreich. ^
Als aber endlich die Ligue durch den Zurücktritt Heinrichs IV.zur katholischen Kirche ihr Ende erreicht hatte und die Parlamentewie die Universität dem neuen Könige zu huldigen gezwungen waren,beschlossen diese- die Verbannung der Jesuiten zu bewirken, noch eheder König die Regierungsgcschäste selbst übernommen hätte. DieUniversität erneuerte daher den Prozeß; der Erfolg schien unbezwci-felt, als plötzlich Sully, obwohl selbst eines der Häupter der Huge-notten, im Namen des abwesenden Königs dein Verfahren gegendie Jesuiten Einhalt that. Kläger und Richter sahen für jetzt ihrenPlan vereitelt, aber sie blieben fest entschlossen, jede sich ihnen bar-bierende Veranlassung zu ergreifen und ihn dennoch auszuführen.Chatcl's teuflisches Verbrechen 2 schien ihnen hiezu eine erwünschteGelegenheit zu seyn. Die Anklagen gegen die Jesuiten wurden alsoerneuert und ein glücklicher Erfolg krönte dies; Mal die Unterneh-mung; sie triumphirtcn, ohne auch nur den Schatten eines Bewei-ses hcrvorgebracht zu haben. ^
Ein fein gesponnenes Gewebe der Bosheit wußte nämlich inden Prozeß des Mörders auch den Jesuitenorden zu verstricken undein Mitglied desselben, der unglückliche Gnignard, starb unter denHänden des Henkers. Das Zeugniß der unbefangenen Schriftsteller,das Urtheil der Zeitgenossen, daS laut ausgesprochene Zeugniß vonganz Frankreich und endlich daS schändliche Bckenntniß der Richter,„daß man bei der Untersuchung übereilt zu Werke gegangen sei,"wird selbst noch heutzutage so oft nicht beachtet. ^
> lieber die falschen Verwürfe, welche man damals den Jesuiten machte,vgl. Dokumente zur Geschichten, der Gesellschaft Jesu. Negenö-bnrg 1841. Dokum. V.
r Er hatte im I. 1594 einen Mordversuch ans K. Heinrich IV. gewagt.Der Umstand, daß er einst bei den Jesuiten in die Schule gegangen war, ver-wickelte diese in seinen Prvzeß.
'' Vgl. Dokumente zur Geschichte, Beurtheilung und Vcrtheidigung derGesellschaft Jesu, Dokum. VI.
' Eine gründliche Rechtfertigung der Jesuiten hinsichtlich des Tyrannenmordesfindet sich in den Dokumenten zur Geschichte, Beurtheilung und Vcrtheidigung derGcsch. der Mönchsorden. II. F