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Und dieses kränkte den Stelz des ersten souveränen Gerichtshofes vonFrankreich.- Hierin liegt auch dieHauptursachc des beinahe 200 Jahresich sorterbcnden Hasses, mit dem das Pariser Parlament stets seineKlagen erneuerte und nicht eher ruhte, bis der Jesuitenorden ausFrankreich verbannt wurde. Das Parlament nun verwies damalsdie Sache der Jesuiten an den Bischof von Paris und an die Sor-bonne. DaS Gutachten beider war nach Wunsch ausgefallen. DerBischof entschied gegen die Aufnahme der Jesuiten dcßwegen, weildie Privilegien und Ercmtioneu, welche sie von dem römischen Stuhlehatten, der Gerichtsbarkeit der Bischöfe nachtheilig wären. Noch un-gleich schwächer und wahrhaft läppisch waren die Einwürfe der Sor-bonne: daß nämlich die Jesuiten die Frechheit hätten, ihre Be-nennung von dem Namen Jesu hcrzuleiteu; ferner, daß sie nicht inden Chor gingen und keine Kutten und Kapuzen trügen; und end-lich, daß sie alles Gesindel und zusammengcrafste Leutein ihren Orden aufnehmcn. ' So albern auch dieses Dekretder Sorbonne war, so verfehlte cs seinen Zweck doch keineswegs.Die Jesuiten wurden ein Gegenstand der Lästerung aller Unverstän-digen, und der Erzbischof untersagte ihnen jetzt alle kirchlichen Funk-tionen in Paris. Ohne Widerrede unterwarfen sich die Jesuitenseiner Weisung, verließen die Hauptstadt, zogen nach St. Gcrmain,und erhielten zudem in mehreren Provinzen Frankreichs Kirchen,Häuser und Collcgien.
So nun blieb die Lage der Jesuiten in Frankreich bis auf dieVersammlung der Stände in Poissy unter Carl IX. Mit allerStrenge und der größten Unbefangenheit untersuchte man jetzt dieAngelegenheiten des Ordens, seine Statuten, seinen Zweck undseine Beziehung zu Kirche und Staat. Von allen Seiten warenan den König Bittschriften um Einführung der Jesuiten eingelau-fen; diese, sowie die glänzendsten Zeugnisse der europäischen Fürstenfür diesen Orden, wurden der Versammlung vorgelegt und nun
' Dreißig Jahre nachher machten das Parlament nnd eben diese Sorbonnein einer dem König Heinrich IV. überreichten Schrift den Jesuiten den Vor-wurf, daß sie unter allen Nationen die tauglichsten und fähigsten Köpfeaussuchten und in den Orden aufnehmen, mithin der Staat hiedurch einenempfindlichen Abbruch an seinen besten und vorzüglichsten Männern erlei-den müsse.