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So nun waren die Jesuiten durch den Pariser Parlamcnts-bcscbluß vom 29. Deeember 1594 und nicht durch daS ersonneneEdikt Heinrichs IV. vom 7. Juni 1595 verbannt worden. Ja die
Jesuiten. Doknm.XVI. —Die Lehre vom Tyrannenmord muß allererst auf ihremhistorischen Gange, alsThatsache, betrachtet werde». WaS nun zunächst das Heiden-thum anlangt, so finde» wir in demselben den Tyrannenmord durch das Gesetz ge-rechtfertigt und die letzten Zeiten des römischen Reiches bieten schreckliche und häu-fige Anwendungen desselben dar. Erst im Christenthnme modifieirte sich die Lehrevon demselben nach und nach nnd verschwand endlich ganz. Im Mittelalter nunward sie ans Veranlassung der socialen Verhältnisse der europäischen LänderGegenstand einer Schnlconlroverse. Es verrätst übrigens entweder Bosheitoder Unkenntnist, wenn man den Jesuiten die Sünde anfbürdet, sie haben die-selbe zuerst und allein behandelt. Schon der Engel der Schule, der Adlerder Theologie, d. i. der heil. Thomas, der bekanntlich dreihundert Jahre früherlebte, bevor es Jesuiten in dcrWelt gab, trug öffentlich die Lehre vom Tyran-nenmorde vor, gab gewiffermasien Regeln darüber nnd entwickelte sie in ihrenvorzüglichsten Details. Sofort wurde diese Lehre sogar in den Schulen derUniversitäten und der Rcchtsgclehrten vorgetragen, ParlamcntSglicdcr undParlamente begünstigte» sie. Scho» im 13ten Jahrhundert also lehrte sie derheil. Thomas, nnd nach ihm viele Thomi sten , Dominikaner, Lehrerder Universität n. s. w., nnd erst im 16ten Jahrhundert nahm sie auch derJesnite Emmanuel Sa in Schutz sf 1596). Wie er arbeiteten ans dem-selben Felde nachmals nur noch dreizehn Mitglieder seines Ordens (Tolet7 1506, Valentin 7 1003, Delrio s 1608, Salas 7 1612, Mariana 7 1614,Hcissins 1- 1614, Snarcz 7 1617, Leffius 1' 1623, Becan 7 1624, Greiser7 1625, Tauner 7 1632, Castro-Paolo 7 1633, Eseobar 7 1669), währendmehr als sechzig Jesnite»-Autoren sie bekämpften. Auf die Lehre eines jedenEinzelnen können wir uns hier nicht einlasscn, aber es mag genügen, zu bemerke»,daß ;. V. selbst Mariana nnlersncht, ob es Fälle gebe, wo ein Tyrann ermor-det werden dürfe. Dabei schränkt er das Recht auch der Nation in Grenzenein, ohne cs dein Einzelnen znzngestehen. Hnß dagegen behauptete, einemNe-genten, der eine Todsünde begangen habe, seien die Unterthanen nicht nur kei-nen Gehorsam mehr schuldig, sondern jeder von ihnen habe das Recht, ihnzu ermorden! Wie ganz anders klingt aber dieSprache Escobar'S, eines dervierzehn Lehrer des KönigsmvrdcS, welcher bei dem 26sten Kapitel der Königeausruft: „Wer könnte Hand anlegen an den Gesalbten des Herrn, ohne sichdes größten Verbrechens schuldig zu machen!" Derselbe Autor sagt, „daß Da-vid, da er keine Gewalt über Sanl hatte, nicht gewaltthätig gegen ihn ver-fahren konnte." Er setzt hinzn, „daß Nichts die Unterthanen mehr im Zaumehalten kann, als wenn sie denken: Mein Fürst ist der Gesalbte desHerrn nnd sein Stellvertreter."
Castro-Paolo schreibt: „die Unterthanen können ihren Fürstennicht angreifen, da er ihr rechtmä ßiger Gebieter ist, sonst ma-chen sie sich des Ansrnhrs und der Empörung schuldig." (Lxt.Leclil. p. 491 ). Aus Snarcz ist eine andere Stelle: „Außerdem kann ihm