Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

beschuldigte, sic stehen auf der Partei Maria's von Schottland. Sieverjagte darum die Jesuiten aus ihrem Reiche, mit dem ausdrück-lichen Gebote, bei Lebensstrafe ihr Land nicht mehr zu betreten.Gleichwohl hatte die Gesellschaft Jesu hier Missionäre unter Jacob I.und der P. Garnet, den die öffentliche Meinung den großenJesuiten nannte, war ihr Provinzial.

Elisabeth, der katholischen Kirche und ihren treusten Lehrernvon Herzen feindlich gesinnt, überlebte das am 15. November 1602erlassene Edikt, gemäß dem die Jesuiten England verlassen sollten,nicht lange, sondern starb schon im darauffolgenden Jahre.

Nach ihrem Tode bestieg der König von Schottland unterdem Namen Jacob I. den brittischen Thron. Er war der protestan-tisch erzogene Sohn der unglücklichen Maria Stuart. Von ihmhofften die gedrückten Katholiken einige Erleichterung, und wohlmochte er dazu geneigt seyn, allein die Leidenschaft seiner Nnterthanenriß ihn fort, und unter dem Einfluß des puritanischen Fanatismuswurden die Strafgesetze gegen Hochverräther und Recusanten nochgeschärft. Die in Folge dessen beabsichtigte, aber noch entdeckte Pul-vcrverschwörung (1605) hatte die Hinrichtung des Jesuiten Garnet,der im Beichtstühle von dem Complotte Kenntniß erhalten hatte,und einiger andern Missionäre, und demnächst die noch härtereBedrückung der Katholiken überhaupt zur Folge. '

> Robert Catcsby, das Haupt der Pulververschwörung, hatte bei seinenArbeitsgenossen ein Schwanken bemerkt, ob ihr Unternehmen wohl auch gerechtsehn möge. Auch Catesbh wurde jetzt unruhiger. Er hatte durch den Grafe»Salisbury die Zustimmung des Monarchen zur Uebernahme des Cvmmandoüber eine Compagnie des ansznhebenden Cavallerieregiments erhalten. DieserUmstand diente ihm zum Vorwand, sich Waffen und Pferde zum eigenen Ge-brauche zn ».'erschaffen, und gab ihm auch ein Mittel an die Hand, eine Lö-sung der von seine» Freunden erhobenen Schwierigkeiten zu finden, ohne Ge-fahr zu laufen, sein Geheimniß zn vcrrathc». Er bemerkte daher Garnet,dem Jesuitenprovincial, in Gegenwart einer zahlreichen Gesellschaft, daß erim Begriffe sei, in erzherzogliche Dienste zn treten:er zweifle durchaus nichtan der Gerechtigkeit des Krieges, sagte er; aber er könnte den Befehl erhal-ten, an Handlungen Theil zu nehmen, wo der Unschuldige nothwcndig mit denSchuldigen zn Grunde gehen, wobei wehrlose Frauen und Kinder mit bewaff-neten Soldaten und Rebellen vermengt werden möchten. Könnte er mit gutemGewissen gehorchen? Mache der Tod der Unschuld seinBenehmen nicht strafbarin den Auge» des Allerhöchsten?" Garnet antwortete, daßnach der Meinung