kann an seine Mutter zärtlichere Briese schreiben, als Theodosiusans seiner Reise an seinen in Lissabon zurückgelasscnen Beichtvaterschrieb. Neberhaupt hatte dieser Prinz eine so große Liebe zu un-serm Orden, daß ihm weiter Nichts, als der Rock fehlte, um einerder unsrigeu zn seyn." ' Bei verschiedenen Veranlassungen bezeugteer auch sonst, wie nahe die Jesuiten seinem Herzen waren.
Nach dem Hinschcidcn Johannes IV. trat die Königin Louisefür ihren noch unmündigen Sohn Alphons - die vormundschaftlicheRegierung an. Unter ihr wirkten die Jesuiten so glänzend auf dieSitten des Hofes ein, daß viele der vornehmsten Damen denselbenverließen und sich in solche Kloster begaben, in denen eine strengeObservanz herrschte. Auch unter Don Pcdro's Regentschaft wirktensie verdienstlich um die Menschheit und nahmen sich hauptsächlichder durch die Gesetze der portugiesischen Inquisition allzu barbarischbehandelten Juden mit wahrhaft christlicher Wärme an. ^
So wirkten sie fort in diesem Lande, bis sie der TyranneiPombalö und der Luge und Verläumdung unterliegen mußten.
I>. I» England.
König Heinrich VIII. von England hatte sich von der Kirchegetrennt und seine Lehre wollte, wie eine Seuche, auch die benach-barten Königreiche Schottland und Irland anstecken. Papst Paul III.wollte diesem Unheil steuern, und sandte in der Eigenschaft päpstlicherNuntien zwei Jesuiten (Salmcron und Brouct) nach Irland.
In England konnte sofort Elisabeth in ihrem Hasse gegen diekatholische Religion, der sie aus politischen Gründen untreu gewor-den war, die Jesuiten nur verwunschen, die ja die ausdauerndstenApostel der katholischen Sache waren und die man überdieß noch
r kecneil clieoiwtobigne. toi». II. p. 383- p. 53-^ Theodosius war nämlich schon vor seinem Vater gestorben.
2 Das System der Verläumdung war so glücklich, die Empörung, durchdie Alphons vom Throne gestürzt wurde, ans Rechnung der Jesuiten zu schrei-be», indem dieser jesuitenfeindliche Fürst ihrem Einfluß sich habe entziehenwollen. Allein Alphons VI., dieser schwache Fürst, wurde eigentlich durch seineGemahlin entfernt, welche den Don Pedro in ihrer Liebe bevorzugte. —
Was die Geschichte der spanischen Jesuiten betrifft, so übergehen wirdieselbe der Kürze halber, da sie nichts Merkwürdiges darbietet und kommenerst bei der Anfhebungsgcschichte des Ordens ans dieselbe zurück.