Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
107
Einzelbild herunterladen
 

107

Unter mannigfachen Bedrückungen, Leiden nnd Mnhsalen erleb-ten die Jesuiten in England, ohne in weitere Prozesse und Ver-brechen verwickelt zn werden, die Regierung Carl's II. Eifrige Sel-ber Theologe» aller Schulen der Gehorsam in solchenFälle» gesetzlich setz; daßcs sonst immer in der Macht des ungerechten Angreifers stehe, das beleidigteLand an der Wahrung seiner guten Rechte zu verhindern." Das war genug;der neue Theologe wendete diese Antwort ans die vorbereitete Verschwörungan, und zeigte seinen Mitverschworneu, daß ihr Einwurf nur ei» lerer, grund-loser Zweifel sei.

Sofort verfolgte EateSby in England nnermüdet die Ausführung seinerPlane. Welches Vertrauen ihm aber auch die Treue seiner Mitverfchworenenrinflößen mochte, er wußte nicht, wie er den forschenden Blicken seiner innig-ste» Freunde entgehen sollte. Sie bemerkten den begeisterten Ton in seinerUmgangssprache, seine öftere, gehelmnißvolle Abwesenheit, und das unerklär-liche Zögern in Betreff der Z»samm;iehn»g der Armee in Flandern. Der Ver-dacht war erregt, und Garnet, der Superior der Jesuiten, der vom Papsteund seinem General den Befehl erhalten hatte, jeden Versuch, den die Katholi-ken zur Störung der öffentlichen Ruhe machen könnten, zu vereiteln, ergriffdie erste Gelegenheit, an der Tafel CatcSby's an die Pflicht zn erinnern, diesie hätten, sich der Geißel der Verfolgung zu unterwerfen und der Gerechtigkeitdes Himmels es zn überlassen, den Leiden abznhelfen. Bald folgte eine geheimeZusammenkunft und EateSby erbot sich, sei» Geheimnis; seinem treuen FreundeGarnet anznvcrtranen. AberGarnet weigerte sich, es zu hören'," und nachöfterem Wortwechsel beschlossen sie: Sir Eduard Baynham, der eben im Be-griffe war, nach Italien zu reisen, sollte gebeten werden, dem Papst alles Un-heil der Katholiken auseinander zn setzen, und ihn um sein Gutachten zu be-fragen. So nun glaubte Garnct (wie ans einem Brief an seinen Obern inRom erhellt), die öffentliche Ruhe auf eine Zeit lang gesichert zu haben.

Nachdem Franz Tresham und mehrere Andere auch in den Bund aufge-nommen worden waren, fühlte EateSby eine bis jetzt nie gekannte Unruhe insich. Beständig war sein Geist mit Zweifeln über die Treue der neuen Genossengequält, und seine nächtliche Ruhe ward durch schreckliche Träume und nochbösere Vorbedeutungen gestört. In solcher Gemüthsstimmung nun beschloß er,dem Jesuiten Grcenway seine ganze Angelegenheit im Beichtstühle zu entdecken.Dieser verdammte seinen Plan, wenn wir seiner feierlichen Erklärung glaubenwollen, in den kräftigsten Ausdrücken; aber EateSby ließ sich nicht überzeugen.Auf jeden Einwurf hatte er eine Antwort bereit, und zuletzt bat er Green-way, gleichfalls unter dem Beichtsiegel, ihm die Ansicht seines Pro-vinzials zu verschaffen. In dieser Absicht begab sich der Jesuite zn Garnct underhielt als Antwort einen strengen Verweis.Er hätte gefehlt, daß er ge-stattete, von einem so gefährlichen Projekte Erwähnung zu thun; ein größererFehler von ihm sei es, daß er es einem Dritten mitgetheilt. Es bleibe jetztNichts mehr übrig, als den Verschworenen von seinem blutigen Vorhaben ab-zubringen; er müsse alle Beweismittel anwenden, die in seiner Macht ständen,zugleich aber müßte er die gegenwärtige Besprechung geheim halten, und dürfe